Minusquartal Commerzbank macht höhere Verluste als erwartet
Frankfurt am Main - Das erste Quartal hat die Commerzbank mit tief roten Zahlen abgeschlossen: Der Verlust betrug zum Jahresauftakt 861 Millionen Euro, wie das vom Staat gestützte Institut am Freitag in Frankfurt mitteilte. Der Grund seien weitere Belastungen aus der Finanzkrise und Integrationskosten für die jüngst übernommene Dresdner Bank gewesen.
Commerzbank-Logo: Dresdner-Kauf belastet
Foto: DDPDamit schloss die Commerzbank das erste Quartal deutlich schlechter ab, als von Reuters befragte Analysten erwartet haben. Ein Vergleich mit dem Vorjahresquartal ist nach dem Zukauf schwierig. Die damaligen Ergebnisse der Dresdner eingerechnet wäre man Anfang 2008 auf einen Proforma-Gewinn von 236 Millionen Euro gekommen, teilte die Commerzbank mit.
Das operative Ergebnis lag jetzt bei minus 591 Millionen Euro nach einem Gewinn von 470 Millionen Euro im Vorjahr. Die Gewinne im Geschäft mit Privat- und Mittelstandskunden konnten die Verluste im Investmentbanking und der Immobilienfinanzierung nicht ausgleichen. Dank der staatlichen Hilfe lag die Kernkapitalquote bei 10,2 Prozent.
Ziele für 2009 nannte die Bank nicht, will aber spätestens 2011 wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Für 2012 peilt die Commerzbank einen operativen Gewinn von über vier Milliarden Euro an.
Die Commerzbank hat angesichts der schwierigen Finanzlage staatliche Finanzhilfe gebraucht. Der Bund musste dem Institut zweimal mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro unter die Arme greifen. Die Regierung ist dadurch in Höhe von gut 25 Prozent am Aktienkapital beteiligt. Die zweite Kapitalzufuhr von zehn Milliarden Euro lag seit Januar auf Eis, weil die EU-Kommission nicht mit einer bedingungslosen Beihilfe einverstanden war.
Erst am Donnerstag hat die EU-Kommission den Weg für die Kapitalspritze und den damit verbundenen Einstieg des Bundes frei gemacht - im Gegenzug muss die Commerzbank ihr Geschäft kräftig eindampfen. Unter anderem soll die Tochter Eurohypo sowie einige andere Beteiligungen verkauft werden.