Missmanagement BA-Boss Weise feuert Chef von arbeitsagentur.de
Nürnberg - Zugleich lässt Weise prüfen, ob Auftragsvergaben im Rahmen dieses Projektes korrekt erfolgt sind. Nach BA-Angaben waren die Kosten für den Ausbau des Virtuellen Arbeitsmarktes ursprünglich mit 65 Millionen Euro veranschlagt worden. Neue Berechnungen hätten allerdings ergeben, dass mit den geplanten Erweiterungen bis 2008 Kosten von rund 125 Millionen Euro anfallen würden. Hinzu kämen weitere interne Kosten in Höhe von rund 40 Millionen Euro für eine Erweiterung des BA-internen Netzes.
Die Innenrevision untersuche gegenwärtig das gesamte Projekt Virtueller Arbeitsmarkt. Dabei werde insbesondere geprüft, ob aus dem Projekt direkt Aufträge an der dafür zuständigen Vergabestelle vorbei vergeben wurden. Nach einer Ausschreibung hatte das Unternehmen Accenture im Februar 2003 den Zuschlag für das Projekt bekommen.
Bis die Hintergründe geklärt seien, werde die geplante Erweiterung der BA-Online-Stellenbörse verschoben, teilte die Nürnberger Bundesbehörde am Mittwoch mit. Zunächst sollen die Fehler des derzeit laufenden Systems behoben werden.
Verschoben werden soll nach Angaben einer BA-Sprecherin unter anderem die geplante Verknüpfung der Online-Stellenbörse mit den Vermittlungs- und Beratungssystemen in den Arbeitsagenturen. Vorrang habe stattdessen die Nachbesserung der Online-Stellenbörse selbst. So habe das System nicht immer die passenden Stellen- oder Bewerber-Angebote geliefert. Auch sei es zu langsam gewesen. Es sei immer wieder zu Systemabstürzen gekommen. Fachleute hatten den BA-Online-Stellenmarkt schon länger als mangelhaft kritisiert.