TELEKOM Mitarbeiter bespitzelt
Bei internen Ermittlungen hat die Deutsche Telekom AG einen neuen Fall von schwerem Datenmissbrauch im eigenen Unternehmen aufgedeckt. Demnach war die Bespitzelung von Journalisten und Aufsichtsräten, die der SPIEGEL im Frühjahr aufdeckte, kein Einzelfall. Wie aus dem Entwurf eines internen Untersuchungsberichts hervorgeht, sollen Angestellte der Handy-Tochter T-Mobile auch bei anderen Gelegenheiten widerrechtlich Telefonverbindungsdaten erhoben und ausgewertet haben. Möglicherweise, glauben nun Mitarbeiter des Konzerns, wurden solche illegalen Praktiken sogar regelmäßig bei internen Untersuchungen angewendet. Im konkreten Fall ging es um den Diebstahl der Daten von 17 Millionen Handy-Kunden im Jahr 2006 (SPIEGEL 41/2008). Um mögliche Täter zu überführen, so die jüngste Telekom-Erkenntnis, haben Mitarbeiter von T-Mobile damals Verbindungsprotokolle von internen Verdächtigen ausgewertet. Entsprechende Daten konnten nun auf der Festplatte eines Angestellten gefunden werden. Der bereits in der Affäre um ausgespähte Journalisten und Aufsichtsräte beschuldigte Manager soll angeblich ohne Rücksprache mit Vorgesetzten gehandelt haben. Auch die damals mit der Aufklärung des Falls betrauten Sicherheitsmanager Erwin Recktenwald und Uwe Schönborn sollen angeblich nicht eingeweiht worden sein. In den kommenden Tagen will die Telekom personelle Konsequenzen aus der Skandalserie ziehen - selbst Spitzenmanager sollen zur Disposition stehen. Den Aufsichtsrat unterrichtete Konzern-Chef René Obermann vergangene Woche persönlich über die jüngste Entwicklung. Die Staatsanwaltschaft ist ebenfalls informiert.