Mitarbeiterbeteiligung: Große Koalition wirbt für Investivlohn - DER SPIEGEL
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Mitarbeiterbeteiligung Große Koalition wirbt für Investivlohn

Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck rechnet mit der Einführung von Investivlöhnen noch in dieser Legislaturperiode. Union und SPD strebten in dieselbe Richtung, sagte Beck. CDU-Vize Roland Koch nannte den Investivlohn gar eine patriotische Aufgabe.
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Berlin - Die SPD hat ihre Vorschläge für den geplanten Investivlohn präzisiert. Parteichef Kurt Beck plädierte in einem Interview der "Bild am Sonntag" dafür, diese Form der Unternehmensbeteiligung durch massive steuerliche Anreize zu fördern und zugleich gegen Insolvenzrisiken abzusichern.

Beispielsweise könne es für derartige Anlagen einen verminderten Steuersatz geben oder sie könnten von Sozialversicherungsbeiträgen freigestellt werden, sagte Beck. Auch gebe es die Möglichkeit der nachgelagerten Besteuerung; dann würden die Steuern erst bei der Auszahlung fällig, wie künftig bei der Rente.

Zudem müsse das Kapital, das die Beschäftigten dem Unternehmen zur Verfügung stellten, "natürlich abgesichert werden gegen Insolvenzen", erläuterte der SPD-Chef. Er lasse gerade prüfen, ob nicht die staatlichen Bürgschaftsinstrumentarien solche Anlageformen sichern könnten.

Beck zeigte sich zuversichtlich, dass die große Koalition sich noch in dieser Legislaturperiode auf die Einführung des Investivlohns verständigen wird. Beide Volksparteien dächten in dieselbe Richtung, betonte er. Die gegenwärtige Auseinanderentwicklung der Einkommen und Vermögen in Deutschland sei "auf Dauer ein Sprengsatz". Mit dem Investivlohn solle "ein Stück mehr Gerechtigkeit" geschaffen werden.

Beim Investivlohn handelt es sich um einen Teil des Arbeitsentgelts, der nicht an den Arbeitnehmer ausgezahlt, sondern in eine Unternehmensbeteiligung umgewandelt wird.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat die Einführung eines Investivlohns als patriotische Aufgabe bezeichnet. "Wir müssen deutsche Firmen mit heimischem Eigenkapital versorgen, da das Geld sonst aus dem Ausland kommt", sagte Koch der "Berliner Zeitung". Er betonte: "Es gibt zur Zeit zu wenig Geld, das loyal zu unserem Land steht und sich auch an Fragen wie der Sicherung von Arbeitsplätzen orientiert." Das sei ein strategischer Nachteil Deutschlands.

Deutschland leide daran, dass es Einrichtungen wie amerikanischen Pensionsfonds nichts entgegenzusetzen habe. Er gehe davon aus, dass Unternehmen und Gewerkschaften aus dieser Erkenntnis heraus ihren Widerstand gegen die Mitarbeiterbeteiligung an Firmen einstellen werden.

"Ich glaube, die Erkenntnis reift, dass diese Blockade mehr schadet als nützt", sagte Koch.

jaf/AP/AFP/dpa