Mitarbeiternepp: Bahn plant Töchter mit Billiglöhnen - DER SPIEGEL
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Mitarbeiternepp Bahn plant Töchter mit Billiglöhnen

Die Deutsche Bahn wehrt sich auf ihre Weise gegen den hohen Lohnabschluss: Im großen Stil will der Konzern Tochterfirmen gründen, in denen die Mitarbeiter zwar denselben Lohn erhalten - dafür aber länger arbeiten müssen. Die Gewerkschaften kritisierten die Dumpingpläne.
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Berlin - Elf Monate belastete der Arbeitskampf der Lokführer Deutschland und die Deutsche Bahn - jetzt steht dem Konzern neuer Ärger ins Haus: Nach Angaben der Bahn-Gewerkschaft Transnet plant der Konzern acht Töchter neu- oder auszugründen. Mit den Billigfiliationen will sich das Unternehmen einem Bericht der "Welt" zufolge um den Betrieb von Regionalstrecken bewerben.

Transnet, GDBA und GDL kritisierten die Pläne der Bahn scharf: "Das wäre ein glatter Bruch der tariflichen Vereinbarungen", sagte GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel der "Welt". Transnet-Tarifvorstand Alexander Kirchner warnte den Konzern davor, "Tarifflucht" zu begehen. Man würde dies nicht ohne Widerstand hinnehmen.

Die Lokführergewerkschaft GDL kündigte dem Bericht zufolge an, keinen Tarifvertrag zu unterschreiben, der sie nicht als Tarifpartner für Mitarbeiter in diesen neuen Konzerntöchtern mit einschließt.

Wie "Die Welt" berichtet, hatte die Bahn Ende vergangener Woche angekündigt, sich mit dem Tochterunternehmen Heidekrautbahn GmbH um den Betrieb des Rhein-Sieg-Expresses bewerben zu wollen. Dort sollen Bahnangaben zufolge den Mitarbeitern jedoch keine niedrigeren Löhne gezahlt werden. Allerdings müsse man produktiver sein, da das Unternehmen durch die neuen Lohnabschlüsse weitaus teurer sei als die private Konkurrenz. Der "Welt" zufolge gewinnt die Bahn mit ihrer Konzerntochter DB Regio AG noch 70 Prozent der Ausschreibungen im Regionalverkehr. DB Regio ist einer der entscheidenden Umsatzbringer im Bahn-Konzern.

Die Pläne der Deutschen Bahn gefährden nun den Abschluss des erst vor kurzem ausgehandelten Tarifvertrags für die Lokführer. Nach Monaten des Arbeitskampfes drängt die GDL auf eine rasche Einigung. Die Bahn will die ausgehandelten höheren Löhne allerdings erst zahlen, wenn ein Grundlagentarifvertrag unterzeichnet ist, der den Einfluss der Gewerkschaften festlegt.

sil/Reuters