Mitgliederflucht IG Metall in Finanznot
Berlin - Im vorigen Jahr stiegen bei der zweitgrößten deutschen Gewerkschaft die Verluste nach Rückstellungen von 8,4 auf 10,8 Millionen Euro, berichtet die "Sächsische Zeitung" in ihrer Montagsausgabe. Die Zahlen stammen aus dem Gewerkschaftsblatt "direkt".
Der Hauptkassierer der IG Metall, Bertin Eichler, nannte als Hauptgrund für das steigende Defizit die sich häufenden Austritte. 98 Prozent der Einnahmen stammen aus den Mitgliedsbeiträgen.
Die Mitgliederzahl ist dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr aber von 2,64 auf 2,53 Millionen zurückgegangen. Die Einnahmen der IG Metall schrumpften demnach vergangenes Jahr von 457 auf 450 Millionen Euro, während die Ausgaben ohne Rückstellungen von 494 auf 491 Millionen Euro zurückgingen.
Eichler kündigte in dem Gewerkschaftsblatt weitere Einsparungen an, die vor allem den Verwaltungsbereich der IG Metall betreffen würden.
Der gescheiterte Streik für die Arbeitszeitverkürzung in den neuen Ländern hat die Gewerkschaftskasse der Jahresrechnung zufolge nicht überproportional belastet: Die Gesamtausgaben für Streik stiegen von 11,9 auf zwölf Millionen Euro, heißt es in dem Bericht.