Mitsubishi Das Fünf-Milliarden-Schlagloch
Hamburg - Der Geldbedarf ist viel höher als bislang vermutet. Das von Smart-Chef Andreas Renschler geleitete Team, das einen Sanierungsplan ausarbeiten soll, kommt laut SPIEGEL zu dem Schluss: Der angeschlagene japanische Autohersteller braucht möglichst schnell 5,5 Milliarden Euro für den Abbau der Schulden, die Sanierung und für neue Modelle. Anfang der Woche war in mehreren Medien noch eine Summe von rund zwei Milliarden Euro genannt worden. Ein Sprecher des Unternehmens hatte den Kapitalbedarf damals als "reine Spekulation" bezeichnet und auf den 30. April verwiesen - an diesem Termin will der Konzern seinen Umbauplan für Mitsubishi vorlegen.
Nach SPIEGEL-Informationen sieht der Sanierungsplan vor, dass DaimlerChrysler die Mehrheit an Mitsubishi Motors übernimmt und das Unternehmen voll in den Konzern eingliedert. Noch in diesem Jahr, spätestens Anfang 2005 müssten die Stuttgarter Mitsubishi dann aber auch in der eigenen Bilanz voll konsolidieren. Der DaimlerChrysler-Vorstand will am 19. April darüber entscheiden, ob Mitsubishi mit neuer Milliarden-Hilfe aus Stuttgart noch zu retten ist, oder der Konzern besser aussteigt.
Der Umbauplan sieht auch Opfer bei Mitsubishi vor. Der Autobauer müsse seine weltweiten Kapazitäten straffen und Personal- und Produktionskosten im zweistelligen Prozentbereich senken. Ziel sei es für den japanischen Autobauer, 2007 wieder nachhaltig profitabel zu sein. Als sicher gilt dem Bericht zufolge, dass der amtierenden Vorstandsvorsitzende Rolf Eckrodt bereits Ende Juni zurücktritt.