Mitsubishi Kawasoe gibt auf
Tokio - Es wird erwartet, dass der Mitsubishi-Vorstand Kawasoes Rücktritt noch am Freitag auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung annimmt. Zuvor hatte die zuständige Regierungsbehörde bei Gericht eine Klageschrift gegen das Unternehmen eingereicht. Für den Nachmittag kündigte Mitsubishi eine Pressekonferenz an, in der weitere Einzelheiten bekannt gegeben werden sollen.
Nach Medienberichten will Mitsubishi die Unternehmensführung teilweise an DaimlerChrysler abgeben. Im Juli unterzeichnete Mitsubishi einen Vertrag mit DaimlerChrysler, wonach das deutsch-amerikanische Unternehmen 34 Prozent der Anteile an dem tief verschuldeten japanischen Unternehmen übernehmen will.
Der japanische Fernsehsender NHK hatte am Vortag gemeldet, der Konzern werde die bislang vereinbarte Beteiligung von 34 Prozent an Mitsubishi auf 38 Prozent ausbauen. Als wahrscheinlich gilt dabei, dass DaimlerChrysler den höheren Anteil zum für 34 Prozent ausgehandelten Preis von rund 4,1 Milliarden Mark erhalten wird.
Die "Stuttgarter Nachrichten" berichteten am Freitag, der Chef der früheren DaimlerChrysler-Bahntochter Adtranz, Rolf Eckrodt, solle neuer Vizechef bei Mitsubishi Motors werden. Dies habe der DaimlerChrysler-Vorstand in New York beschlossen. Eckrodt wäre nach dem Verkauf von Adtranz an die kanadische Bombardier ohnehin zum DaimlerChrysler-Konzern zurückgekehrt, schreibt die Zeitung. Er werde nun künftig den vierten DaimlerChrysler-Posten im Führungsgremium von Mitsubishi übernehmen.
Die Kooperation zwischen den beiden Unternehmen soll sich im wesentlichen auf Pkw beschränken, da Mitsubishi bei Nutzfahrzeugen bereits mit Volvo zusammenarbeitet. Nach einem Bericht des "Handelsblatt" vom Freitag lehnt DaimlerChrysler eine Erhöhung der Volvo-Anteile an Mitsubishi ab. Es werde nicht mehr ausgeschlossen, dass es zu einem Konflikt zwischen DaimlerChrysler und Volvo kommen könnte, schrieb das Blatt unter Berufung auf Branchenkreise.