MLP: Gerüchte um Bilanzkosmetik lassen Kurs abstürzen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

MLP Gerüchte um Bilanzkosmetik lassen Kurs abstürzen

Die Gerüchte um eine geschönte Bilanz beim Finanzdienstleister MLP halten sich hartnäckig. Nach einem Pressebericht über weitere Ungereimtheiten verlor die MLP-Aktie an der Frankfurter Börse zeitweise mehr als 18 Prozent.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Heidelberg - Dem Bericht des Anlegermagazins "Börse Online" zufolge bestehen Anzeichen, dass MLP in den Jahren 2000 und 2001 deutlich zu hohe Gewinne ausgewiesen habe. Ein MLP-Sprecher kündigte eine Prüfung der Vorwürfe an. Danach werde das Unternehmen eine Stellungnahme abgeben. Der Kurs der MLP-Aktie war nach Bekannt werden des Berichts schlagartig um 17,72 Prozent auf 32,40 Euro eingebrochen. Bis 18.20 Uhr verbuchte der Titel gar einen Verlust von 18,79 Prozent auf 31,90 Euro.

Wie das Anlegermagazin berichtet, hat MLP möglicherweise Provisionen für die Berater nicht ordnungsgemäß gegen geleistete Vorschusszahlungen verbucht. Die Summe der Vorschusszahlungen sei, soweit sie die Provisionen überstieg, neben anderen Positionen unter dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" verbucht worden. Dieser Posten sei in den vergangenen Jahren stark gestiegen, während die gezahlten Provisionen trotz steigender Beraterzahl stagnierten.

Bereits Mitte Mai hatte ein Bericht von "Börse Online" über angebliche Bilanzierungstricks im Rückversicherungsgeschäft den Börsenwert von MLP deutlich gedrückt. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und dabei Rückendeckung vieler Analysten erhalten. Die MLP-Aktie ist seit Juli 2001 im DAX notiert, damals zu einem Wert von knapp 100 Euro.