MLP: Unabhängige Prüfer sollen Bilanz bestätigen - DER SPIEGEL
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MLP Unabhängige Prüfer sollen Bilanz bestätigen

Die Berichte über angebliche Bilanztricks haben die MLP-Aktie in den vergangenen Tagen massiv geschwächt. Doch Vorstandschef Berhard Termühlen gibt sich siegessicher: Bei der Vorlage seiner Quartalszahlen bestätigte er seine Gewinnprognosen.
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Heidelberg - Das Neugeschäft werde von den Turbulenzen um die Bilanzierung des Unternehmens kaum beeinträchtigt, sagte eine Sprecherin. Das Ergebnis vor Steuern sei in den ersten drei Monaten 2002 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 32 Prozent auf 24,5 Millionen Euro gestiegen, teilte der Versicherungs- und Finanzmakler mit. Im Gesamtjahr solle der Gewinn vor Steuern wie in den vergangenen Jahren um 30 Prozent zulegen.

In der vergangenen Woche war die MLP-Aktie   nach einem Bericht über angebliche Bilanztricks stark unter Druck geraten. Sie verlor an zwei Tagen in Folge je 20 Prozent und erlitt damit den größten prozentualen Verlust, den eine im Dax notierte Aktie in so kurzer Zeit jemals erlebt hatte.

Während MLP beim Ergebnis genau die Analystenprognosen traf, blieb das Wachstum der Gesamterlöse im ersten Quartal mit 21 Prozent auf 242,7 Millionen Euro hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Diese hatten mit 261 Millionen Euro gerechnet. Ursache der Abweichungen sei das Geschäft mit fondsgebundenen Lebensversicherungen, dessen Ertrag im ersten Quartal um fünf Prozent auf 42,6 Millionen Euro zurück ging, sagte eine Sprecherin. Aussagekräftiger sei das Neugeschäft, das im ersten Quartal 2002 um 26 Prozent auf 72,5 Millionen Euro gestiegen sei, erklärte die Sprecherin. Die laufenden Versicherungsbeiträge wuchsen um 30 Prozent auf 119 Millionen Euro. Das Geschäft mit der Altersvorsorge sei bis Mai gut angelaufen. Die Beiträge für fondsgebundene Lebens-Policen seien um 25 Prozent gestiegen. In dieser Sparte sei 2002 - nicht nur mit Riester-Produkten - ein deutliches Wachstum sei zu erwarten, erklärte Vorstandschef Bernhard Termühlen.

Für das laufende Jahr erwartet MLP weiter ein Ergebnis von 195 Millionen Euro vor Steuern, womit der Finanzkonzern sein Wachstum im bisherigen Tempo fortsetzen würde. Seit Jahresbeginn habe MLP 24.000 neue Kunden gewonnen, bis Ende des Jahres sollen fast 75.000 weitere hinzu kommen. Damit würde sich die Zahl der Kunden, die MLP überwiegend aus Hochschulabsolventen rekrutiert, bei 550.000 liegen. In den ersten drei Monaten seien 23 Filialen eröffnet werden, bis Dezember solle ihre Zahl noch einmal um mehr als 50 auf über 400 steigen. Termühlen wies noch einmal die Vorwürfe des Anlegermagazins "Börse Online" zurück, MLP habe sein Gewinnwachstum künstlich aufgebläht und baue Schulden außerhalb der Bilanz auf. Die Praxis, Prämienzahlungen an die Rückversicherer zu verkaufen, sei rechtlich einwandfrei und in der Branche üblich. In diesem Zusammenhang war die langjährige Düsseldorfer Prüfungsgesellschaft Rölfs WP Partner in die Kritik geraten.

Eine von Kleinaktionären geforderte Sonderprüfung hatte Termühlen zwar abgelehnt, dennoch sollen auf der Hauptversammlung am kommenden Dienstag in Mannheim zwei unabhängige Vertreter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften KPMG und Deloitte & Touche auftreten und vor den Aktionären die Korrektheit der Bilanzierung bestätigen.

Nach einer technischen Erholung im Feiertagshandel am Montag setzte sich die Talfahrt der MLP-Aktie am Dienstag mit einem Abschlag von 6,8 Prozent auf 44 Euro fort.