MLP: Wieder Zweifel an der Bilanz - DER SPIEGEL
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MLP Wieder Zweifel an der Bilanz

Der Heidelberger Finanzdienstleister MLP kommt nicht aus den Schlagzeilen. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen werden Zweifel an der Bilanzierungspraxis des Unternehmens laut.
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Frankfurt am Main - Die Spekulationen drehen sich diesmal offenbar um die bilanzielle Behandlung von Provisionsansprüchen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Durch komplexe Buchungen habe MLP seine Ertragslage besser dargestellt als sie ist.

Wie aus einem Prüfungsbericht der Wirtschaftsprüfer Rölfs Partner für das Jahr 2001 hervorgehe, habe MLP im vergangenen Geschäftjahr mit dem Verkauf von Provisionsansprüchen 57,6 Millionen Euro eingenommen, im Jahr zuvor 42,6 Millionen. Das entspreche jeweils rund 38 Prozent des Vorsteuergewinns oder etwa fünf Prozent der Gesamterlöse des jeweiligen Geschäftsjahres.

Gegenüber der "FAZ" verwahrte sich MLP-Chefversicherungsmakler Bernd Neumann erneut gegen die Vorwürfe. Es handele sich keineswegs um die Aufblähung des aktuellen Gewinns zu Lasten künftiger Erträge. Bei dem Geschäftsmodell von MLP verkauften selbstständige Handelsvertreter unter anderem fondsgebundene Lebensversicherungen der MLP Lebensversicherung AG an Kunden, sagte Neumann der Zeitung. Von den Prämien der Kunden würden über zwölf Jahre verteilt bestimmte Anteile abgezogen, mit denen die Abschlusskosten finanziert würden. Der Zeitraum zwölf Jahre sei bei der Tarifeinführung als angemessen erachtet worden.

Bei anderen Versicherungsunternehmen würden dagegen die Abschlusskosten bei Lebensversicherungen auf die gesamte Laufzeit des Vertrages verteilt, schreibt die "FAZ".