MobilCom: Angeblich soll jeder Dritte gehen - DER SPIEGEL
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MobilCom Angeblich soll jeder Dritte gehen

Trotz der Rettungsversuche durch die Politik gibt es für MobilCom-Mitarbeiter keine Entwarnung. Laut einigen Berichten sollen 800 Stellen wegfallen, in anderen ist sogar von bis zu 1600 Entlassungen die Rede.
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Büdelsdorf - Neben 800 Mitarbeitern im Providergeschäft sollten voraussichtlich auch in der UMTS-Sparte bis zu 800 Beschäftigte gehen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Kreise des MobilCom-Aufsichtsrats. Damit würde trotz der 400-Millionen-Dollar-Hilfe der Bundesregierung und des Landes Schleswig-Holstein jeder Dritte der 5500 MobilCom-Angestellte seinen Job verlieren. Bei der Neuordnung des Geschäfts sollten den Angaben aus den Kreisen 110 bis 130 Millionen Euro eingespart werden, meldet die Agentur.

Über den Stellenabbau müsse noch mit dem Betriebsrat verhandelt werden, hieß es weiter. Außerdem solle das Konzept der Bundesregierung und der Kreditanstalt für Wiederaufbau vorgelegt werden, die den größten Teil der Rettungskredite bereitstellen soll. Wenn das Konzept nicht zu Stande komme, "dann ist die Insolvenz unvermeidbar", so der Bericht weiter.

Nach Angaben des Betriebsrats sei es jedoch noch völlig unklar, wie viele Angestellte ihren Job verlieren werden. Die Zahl 1600 wegfallenden Stellen könne er nicht bestätigen, sagte Betriebsratsvorsitzender Jörg Malter. Der Aufsichtsrat, so Malter, habe zudem kein Mandat, Beschlüsse über Personalzahlen zu fassen.

Die Geschäftsführung wolle den Betriebsrat um 11.30 Uhr über das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung informieren, sagte Malter. Die endgültige Entscheidung darüber, wie viele Mitarbeiter entlassen werden müssten, werde jedoch heute vermutlich noch nicht bekannt gegeben. Vielmehr stünden langwierige Verhandlungen an. Der Betriebsrat will zudem klären, wie sich die Verhandlungen zum möglichen Verkauf der Festnetzsparte von MobilCom gestalten.

Zuvor hatte auch die "Financial Times Deutschland" ("FTD") berichtet, MobilCom wolle durch den Abbau von 800 Stellen im Kerngeschäft Einsparungen in Höhe von 130 Millionen Euro jährlich erzielen. Mit dem Konzept wolle MobilCom Anfang nächsten Jahres im Geschäft als Serviceprovider wieder schwarze Zahlen schreiben. 800 Stellenstreichungen würden für die Sparpläne nicht reichen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. So könne das Unternehmen nur 30 Millionen Euro einsparen. MobilCom wollte zu den Berichten zunächst keine Stellung nehmen.