MobilCom: Balsam für die Aktionäre - DER SPIEGEL
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MobilCom Balsam für die Aktionäre

MobilCom-Chef Gerhard Schmid will künftig weniger Geld für die Gewinnung von Neukunden ausgeben. Dafür soll alles darangesetzt werden, mit UMTS so schnell wie möglich schwarze Zahlen zu schreiben.
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Hamburg - Vor seinen Aktionären verteidigte Schmid den 16,4 Milliarden Mark teuren Erwerb einer UMTS-Lizenz. "Wir haben uns in den größten Markt der Welt eingekauft", sagte Schmid bei der Hauptversammlung seines Unternehmens. Mit UMTS sei trotz der hohen Kosten Geld zu verdienen. Nur durch den Einstieg in die nächste Mobilfunkgeneration könne MobilCom den Sprung zum Netzbetreiber schaffen. Derzeit müsse das Unternehmen mehr als 70 Prozent des Umsatzes an Betreiber von Mobilfunknetzen abgeben.

Er werde daran arbeiten, "dass es einen anderen Aktienkurs gibt", kündigte der MobilCom-Chef an. Dabei würden auf Kosten eines möglicherweise etwas geringeren Marktanteilwachstums die teuren Vertriebskanäle weiter zurückgefahren. Die Kostensenkung geschehe vor allem durch eine Straffung bei den Tochtergesellschaften. Zudem werde gezielt der Großkundenvertrieb ausgebaut.

Schmid äußerte sich unzufrieden über den Aktienkurs seines am Neuen Markt notierten Unternehmens. "Wir haben sehr viel Geld verloren, das ist sehr betrüblich für die Aktionäre, die Vertrauen in MobilCom gesetzt haben." Der Kurs spiegele die tatsächliche Verfassung und die Zukunftsaussichten von MobilCom keinesfalls wieder. Das Unternehmen sei "sauber finanziert" und habe mit dem Erwerb der UMTS-Lizenz "ein - zugegebenermaßen teueres - Ticket" für den Zukunftsmarkt für Mobilfunkdienste der dritten Generation gelöst.

Der Aktienkurs des einstiegen Börsenlieblings hatte am Vortag mit 13,75 Euro ein neues Jahrestief erreicht. Am Donnerstag stieg der Titel auf über 15 Euro, ist damit aber immer noch weit entfernt von früheren Höchstständen über 100 Euro. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Schmid wieder Gewinne. Wegen der geringeren Subventionen für Mobiltelefone rechnet er mit deutlich niedrigeren Ergebnisbelastungen als im Vorjahr. Die großen Mobilfunknetzbetreiber hatten sich kürzlich darauf verständigt, die Handys nicht mehr um jeden Preis mit hohen Subventionen in den Markt zu drücken. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte MobilCom wegen hoher Kosten für die preiswerten Mobiltelefone einen Verlust in Höhe von 22 Millionen Mark ausgewiesen.

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