MobilCom: Der Countdown läuft - DER SPIEGEL
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MobilCom Der Countdown läuft

Für die angeschlagene Telefongesellschaft MobilCom geht es in dieser Woche um alles oder nichts. Alles hängt von der Entscheidung des Großaktionärs France Télécom ab, MobilCom-Schulden in Höhe von rund sieben Milliarden Euro zu übernehmen. Eine Weigerung würde unweigerlich die Insolvenz auslösen.
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Büdelsdorf/Paris - In Büdelsdorf versucht die IG-Metall derweil offenbar, ein wenig Einfluss auf die Teilnehmer des France-Télécom-Verwaltungsrats zu nehmen. Die Betriebsräte der IG Metall bei MobilCom   sollen die sieben französischen Gewerkschafter in dem 21-köpfigen Verwaltungsrat bereits um Unterstützung ersucht haben.

Beobachter äußerten allerdings bereits Zweifel, ob auf der Sitzung des Verwaltungsrat am Montag überhaupt eine definitive Entscheidung fällt. Zunächst wolle man sich ein Bild von der Lage bei MobilCom machen, hieß es offiziell. Den Büdelsdorfern ist das jedoch nicht genug, ihnen läuft die Zeit davon.

Am Donnerstag werden erneut Kredite über 4,7 Milliarden Euro fällig, die verlängert werden müssen. Sollten die Banken das Geld zurückfordern, wäre MobilCom am Ende. France Télécom   hat signalisiert und offenbar in einer Absichtserklärung gegenüber MobilCom bestätigt, dass sie Schulden von rund 6,8 Milliarden Euro übernehmen will, wenn MobilCom im Gegenzug alle weiteren Ansprüche und Forderungen fallen lässt. Als sicher gilt, dass das hoch verschuldete französische Staatsunternehmen neue Verbindlichkeiten für MobilCom nicht eingehen wird.

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" verlangen die Franzosen zudem, dass auch staatliche deutsche Banken MobilCom mit rund 350 Millionen Euro unter die Arme greifen, wie es die Bundesregierung kurz vor der Bundestagswahl in Aussicht gestellt hatte. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Landesbank in Kiel verlangen jedoch bankübliche Sicherheiten, die MobilCom nicht beibringen kann. MobilCom-Aufsichtsrat Dieter Vogel bemüht sich im Auftrag der Bundesregierung, die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen und eine Einigung mit France Télécom herbeizuführen.

Dieter Vogel ließ am Montag offen, ob er die Aktienanteile von MobilCom-Gründer Gerhard Schmid treuhänderisch übernehmen will. Schmid hatte diese Variante ins Spiel gebracht, damit Vogel über alle notwendigen Vollmachten verfügen kann. Mit den Schmid-Anteilen hätte Vogel die Mehrheit in der Hauptversammlung, die allen Vereinbarungen mit France Télécom zustimmen müsste. Andererseits wäre Vogel weniger unabhängig, weil er als Treuhänder der Aktien Schmids Interessen nicht aus den Augen verlieren dürfte. Vogel wollte am Montag dazu allerdings nicht Stellung nehmen.