MobilCom E-Plus sichert sich UMTS-Netz
Berlin - Als möglichen Kaufpreis nennt die "Financial Times Deutschland" einen Betrag von 600 Millionen Euro. Als Bargeld wird der Betrag der MobilCom allerdings nicht zur Verfügung stehen, denn E-Plus verzichtet nach Angaben der Zeitung im Gegenzug auf Forderungen in entsprechender Höhe, die MobilCom nicht bezahlen kann.
Im Bereich UMTS würde E-Plus damit zum ernsthaften Konkurrenten von T-Mobile aufsteigen, denn der ergeizige MobilCom-Gründer Gerhard Schmid hatte den Ausbau des Netzes mit Hochdruck vorangetrieben. Es erreicht heute bereits 17 Prozent der Bevölkerung.
Inwieweit der Verkauf der insolventen Telefongesellschaft für die nächsten Monate Luft verschaffen kann, gilt noch keineswegs als ausgemacht. Denn kurzfristig kann sich das Unternehmen - etwa durch den Verkauf von Unternehmenssparten wie dem Festnetzgeschäft, von Immobilien oder technischen Einrichtungen - kaum zusätzliche Liquidität verschaffen. Die werthaltigen Anlagegegenstände seien als Sicherheiten für Kredite des Unternehmens von den Banken blockiert, schreibt die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf dem Unternehmen nahe stehenden Kreisen. Damit bestehe für MobilCom weiter Insolvenzgefahr.
Einziger Lichtblick: Der Zeitung zufolge gibt es Fortschritte in den Verhandlungen zwischen MobilCom und der France Télécom. Es stehe zu erwarten, dass das französische Staatsunternehmen, das noch 28,5 Prozent der MobilCom-Anteile hält, seine Verpflichtungen in Milliardenhöhe aus dem UMTS-Engagement von MobilCom übernehmen wird. Eine Vereinbarung werde erst für Ende Oktober erwartet.