MobilCom: France Télécom erklärt Schmid den Krieg - DER SPIEGEL
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MobilCom France Télécom erklärt Schmid den Krieg

Der Streit zwischen MobilComs Großaktionären Gerhard Schmid und France Telecom eskaliert weiter. In Paris heißt es inzwischen, man bereite sich auf einen "Krieg" mit MobilCom-Gründer Schmid vor.
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Büdelsdorf/Paris - Am Mittwoch sollen sich die Kontrahenten auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung von MobilCom   bis spät in die Nacht angefeindet haben, berichtet die "Financial Times Deutschland" ohne Angabe von Quellen. France Télécoms Vertreter habe den MobilCom-Aufsichtsrat aufgefordert, den Aktienkauf der Ehefrau des Vorstandschefs und Gründers Gerhard Schmid zu untersuchen.

Nach Darstellung von France Télécom   soll MobilCom an eine den Büdelsdorfern nahe stehende Firma namens "Millenium" Geld gezahlt haben. Über diese Firma soll Sybille Schmid-Sindran dann fünf Prozent der Aktien von MobilCom erworben haben. Ein Sprecher dementierte dies umgehend: "MobilCom hat Frau Schmid kein Geld zum Aktienkauf gegeben. Das wäre illegal, und das würde MobilCom nie tun."

Die Franzosen halten über ihre Mobilfunktochter Orange   28,5 Prozent an MobilCom. Sie verdächtigen das Unternehmen, den Aktienkauf durch Schmid-Syndran finanziert zu haben, um so zu verhindern, dass sich France Télécom durch den Ankauf billiger Aktien an der Börse die Mehrheit an MobilCom sichert.

France Télécom hat vertraglich garantiert, bis 2010 bis zu 10 Milliarden Euro in den Aufbau von MobilComs UMTS-Netz zu investieren. Das könnte den französischen Marktführer überfordern, der mit über 50 Milliarde Euro verschuldet ist.

Strategie von France Télécom unklar

Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wäre der Kaufvertrag zwischen MobilCom und France Télécom null und nichtig, heißt es in Paris. Das wäre eine saubere Lösung für die Franzosen: Die hoch verschuldete France Télécom müsste dann nicht mehr für MobilComs Milliardeninvestitionen in die neue Mobilfunktechnik UMTS gerade stehen. Für MobilCom würde dies das Ende bedeuten. Das Unternehmen ist allein weder in der Lage, die UMTS-Investition zu tragen noch die Schulden zu tilgen. Noch ist unklar, ob France Télécom tatsächlich komplett aus der Allianz mit den Büdelsdorfern aussteigen will oder aber auf eine Übernahme der MobilCom setzt. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" versucht France Télécom, den Gründer und Vorstandsvorsitzenden der MobilCom AG, Büdelsdorf, Gerhard Schmid, zu einem Rückzug aus der Mobilfunkgesellschaft zu drängen.

Der französische Konzern wolle schneller als bisher geplant die Mehrheit an dem Unternehmen erlangen, schreibt die Zeitung unter Bezug auf MobilCom-Kreise. Die Franzosen versuchten deshalb offen, Schmid in die Enge zu treiben, um ihn zu einem Verkauf seines Aktienpakets von 43 Prozent zu veranlassen.

Die Aussichten auf eine gütliche Einigung zwischen den beiden Parteien sind denkbar schlecht. "Wir bereiten hier", so ein France-Télécom-Manager gegenüber den "Handelsblatt" "einen Krieg vor".