MobilCom in Not Keine staatliche Hilfe aus Kiel
Kiel - Das Wirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein arbeitet eigenen Angaben zufolge nicht an einem Notfallplan für die MobilCom . Das sagte eine Sprecherin am Freitag. Sie reagierte damit auf einen Bericht des "Handelsblatts", das unter Berufung auf Regierungskreise von entsprechenden Arbeiten berichtet hatte.
Nach dem Bericht soll die Landesbank Schleswig-Holstein Girozentrale (LB Kiel) als Partner für das norddeutsche Unternehmen einsteigen, falls Großaktionärin France Télécom, sich zurückziehe. Das Ministerium will sich den weiteren Angaben zufolge nicht an Spekulationen beteiligen und kommentiere unternehmensinterne Vorgänge nicht, hieß es weiter.
Auch die LB Kiel dementierte die Meldung. Laut einer Pressemitteilung entbehrt sie jeder Grundlage. Man werde bei einem eventuellen Ausstieg des Großaktionärs France Télécom nicht als Partner einspringen und auch keine Anteile an MobilCom übernehmen, hieß es.
Hintergrund ist der Wunsch von France Télécom sein Engagement bei MobilCom so schnell wie möglich aufzugeben, um eine höhere Verschuldung zu verhindern. France Télécom gehört mit einem Anteil von rund 55 Prozent mehrheitlich dem französischen Staat und ist mit 28,5 Prozent an der am Neuen Markt notierten MobilCom beteiligt.
Der Streit zwischen den beiden Partnern war vor rund zwei Wochen offen ausgebrochen. Es geht um die Interpretation der zwischen den Unternehmen geschlossenen Vereinbarungen für das deutsche UMTS-Mobilfunkgeschäft. Hintergrund ist der Wunsch der France Télécom, in den nächsten Jahren möglichst wenig in die UMTS-Technik zu investieren. MobilCom plant indes einen möglichst schnellen Marktstart und will bis 2005 etwa 2,5 Milliarden Euro in den Netzausbau investieren.
Der Aktienkurs von MobilCom sackte am Donnerstag im Tagesverlauf um mehr als fünf Prozent auf 12,80 Euro ab.