MobilCom: Kein Persilschein von der Börsenaufsicht - DER SPIEGEL
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MobilCom Kein Persilschein von der Börsenaufsicht

Die Börsenaufsicht will MobilCom-Chef Gerhard Schmid keinen Freibrief für seine dubiosen Aktientransaktionen ausstellen. Damit geht die Auseinandersetzung zwischen Schmid und France-Télécom-Chef Michel Bon in eine neue Runde.
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Büdelsdorf - "Es ist nicht unsere Aufgabe, Vorwürfe von Firmen zu entkräften oder Persilscheine auszustellen", sagte eine Sprecherin des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel. In der Sache allerdings sei die Mitteilung aus dem schleswig-holsteinischen Büdelsdorf korrekt: Weder habe das Amt Hinweise auf verbotenen Insiderhandel, noch seien Publizitätspflichten verletzt worden. Das habe das Amt auch gegenüber MobilCom bestätigt, ohne jedoch eine besondere Untersuchung oder Prüfung vorzunehmen.

Schmid hatte am Freitag eine Pressemitteilung verbreiten lassen. Tenor: Das Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel sehe keine Hinweise für rechtlich unzulässiges Handeln. "Damit entkräftet das Amt eindeutig die Vorwürfe der France Télécom", schreibt das Unternehmen

Der Verdacht der Franzosen bezieht sich auf Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Aktienkäufen von Schmids Ehefrau Sybille Schmid-Sindram. Diese habe ihre vier Millionen Aktien nicht mit eigenem Geld bezahlt, sondern über Umwege Firmenmittel von MobilCom in Anspruch genommen, so die Behauptung des MobilCom-Partners. Die Frage, woher Frau Schmid-Sindram das Geld für den Aktienkauf hatte, stand allerdings für die Börsenaufseher auch nicht zur Debatte, denn eine deratige Untersuchung fällt nicht in ihren Kompetenzbereich. Schmid selbst hatte bereits am Vortag versichert, seine Frau sei vermögend und seit langem Aktionärin von MobilCom.

Inzwischen glaubt niemand mehr, dass der Konflikt zwischen France Télécom und MobilCom über den Geschäftsplan, die Höhe der Investitionen in das neue UMTS-Netz und die Auslegung des Vertragswerks zwischen den Unternehmen friedlich beigelegt werden könnte. Wegen der völlig ungewissen Zukunft des Unternehmens ist die Aktie zum Spielball für Spekulanten geworden. Nach tagelangem Absturz legte das Papier, das auch in den Depots vieler Kleinaktionäre liegt, bis zum Nachmittag wieder um mehr als fünf Prozent zu.