MobilCom: Kursexplosion bei Freenet - DER SPIEGEL
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MobilCom Kursexplosion bei Freenet

Der Höhenflug der Freenet-Aktie eröffnet MobilCom ganz neue Möglichkeiten. CEO Grenz überlegt nun, sich doch nicht von der kostbaren Tochterfirma zu trennen. Immerhin ist die Beteiligung mittlerweile gut 500 Millionen Euro wert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Büdelsdorf - Als Thorsten Grenz zu Beginn der Woche mit Corny Littmann, dem Präsidenten des FC St. Pauli, den Fotografen Modell stand, um MobilCom   als neuen Trikotsponsor des Drittligisten zu präsentieren, wirkte der MobilCom-Chef schon etwas fremd in der Kulisse des kultigen, aber finanzschwachen Kiez-Clubs. Grenz, ehemals Berater bei McKinsey, passt mit seinem strengen Scheitel halt eigentlich so gar nicht zum schrillen Vereinsboss.

Das Image, jetzt auch ein "Retter" zu sein, dürfte ihm hingegen behagt haben. Strebt er diese Rolle doch auch beim schlagzeilenträchtigen Mobilfunkanbieter aus Schleswig-Holstein an.

Die steile Entwicklung nicht nur der eigenen Aktie (plus 200 Prozent seit Jahresbeginn), sondern vor allem der Papiere der Tochter Freenet   eröffnen ihm nun neue Möglichkeiten, diesem Ziel etwas näher zu kommen.

Vorentscheidung fällt in zwei Monaten

Die 76-Prozent-Beteiligung, die in diesem Jahr für 35 Millionen Euro das Festnetz-Geschäft von MobilCom übernahm, konnte ihren Aktienkurs in den vergangenen sieben Monaten nämlich um sage und schreibe mehr als 835 Prozent steigern. Damit ist das von MobilCom gehaltene Paket gut 500 Millionen Euro wert.

Wie ein MobilCom-Sprecher gegenüber manager-magazin.de sagte, will die MobilCom-Führung innerhalb von acht Wochen über die Zukunft der Freenet-Beteiligung entscheiden. Noch seien alle drei Optionen - Komplettverkauf, Teilverkauf oder Verbleib im Portfolio - möglich.

Einem Bericht des "Platow-Briefs" zufolge favorisiert Grenz, sich nur teilweise von Freenet zu trennen. Ein Komplettverkauf sei hingegen unwahrscheinlicher geworden, da auf Grund des gestiegenen Aktienkurses auch die Veräußerung eines Teilpaketes ausreichen würde, um den unter Führung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährten Sanierungskredit in Höhe von 120 Millionen Euro wie vereinbart zu tilgen.

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