MobilCom: Offensive im Bankgeschäft - DER SPIEGEL
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MobilCom Offensive im Bankgeschäft

MobilCom-Chef Gerhard Schmid will Bankdirektor werden: Die Büdelsdorfer planen ein eigenes Finanzhaus. Es soll Handy-Kunden Kredite einräumen und die Depotführung per Mobiltelefon ermöglichen.
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Büdelsdorf - Mit der neuen Ausrichtung will Schmid seinen Kunden per Handy Kredite gewähren und auch sonstige Bankgeschäfte für sie abwickeln. Die Bank soll in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft im ersten Halbjahr nächsten Jahres entstehen, berichtet das "Handelsblatt".

MobilCom habe noch nicht definitiv über die Gründung einer eigenen Bank entschieden, kommentierte unterdessen ein Sprecher des Unternehmens. Zur Erschließung des Geschäftsfeldes Payment und Brokerage per Handy werde derzeit geprüft, ob eine eigene Banklizenz zur Errichtung einer Internet-Bank der beste Weg für das Unternehmen und die Aktionäre sei. Im Rahmen dieser Prüfung habe sich MobilCom unter anderem beim Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen informiert.

Allerdings seien auch Kooperationen oder Joint Ventures zum Einstieg in dieses Geschäft möglich, betonte der Sprecher. Bereits im ersten Halbjahr kommenden Jahres sollen den Angaben zufolge die Payment- und Brokerage-Funktionen (Wap) realisiert und damit ein "fließender Einstieg" in den Handel per Internet-Handy (UMTS) geschaffen werden.

In diesem Zusammenhang ist auch ein Auftrag zu sehen, den MobilCom an das E-Business-Unternehmen fluxx.com gegeben hat. Mit einem Volumen von rund 10 Millionen Mark soll fluxx.com eine Plattform für Mobile-Commerce aufbauen, also den elektronischen Handel über das Handy. Ziel sei es vor allem, die neuen Mobilfunktechnologien wie Wap und UMTS einzubeziehen.

Kommt es zur Gründung einer eigenen Bank, soll das MobilCom-Vorstandsmitglied Volker Visser in das Management des Finanzhauses aufrücken. Er war früher Gründungs-Vorstand der Advance Bank. Mit Visser, der über eine allgemeine Bankzulassung verfüge, habe das Unternehmen Kompetenz für die weiteren Chancen "an Bord", so der Sprecher.

MobilCom bekräftigt damit sein Interesse an einer UMTS-Lizenz. MobilCom ist eine der Firmen, die sich - mit Rückendeckung des neuen Großaktionärs France Télécom - in Deutschland um eine der milliardenschweren UMTS-Lizenzen bewerben.

Mobilfunk ist damit laut "Handelsblatt" der bisher einzige Telekommunikations-Anbieter, der das Risiko einer eigenen Bankgründung eingehen könnte. Die übrigen UMTS-Bewerber setzen auf Kooperationen mit bestehenden Finanzhäusern.