MobilCom-Sanierung Vorstandschef drückt Sparpläne durch
Büdelsdorf - Der Betriebsratsvorsitzende Thomas Schrader sagte am Donnerstag, man habe sich im Prinzip mit der Unternehmensspitze geeinigt. Der Betriebsrat trage den geplanten Abbau der Stellen in voller Höhe mit. Die Rahmenvereinbarung müsse noch von den örtlichen Betriebsräten an allen MobilCom-Standorten unterzeichnet werden.
Für Sozialpläne stünden mindestens 17,2 Millionen Euro zur Verfügung, so Schrader weiter. In welchen Bereichen die Arbeitsplätze gestrichen werden, stehe noch nicht fest. So sei die Zukunft des UMTS-Bereichs weiter offen.
Das Büdelsdorfer Unternehmen ist von der Insolvenz bedroht, seit der Großaktionär France Télécom (FT) Mitte September seine Zahlungen eingestellt hatte. Zudem sind Kredite in Höhe von 4,7 Milliarden Euro fällig, deren Rückzahlungsfrist Anfang voriger Woche von den Banken zum dritten Mal verlängert wurde. Die Kredite laufen nun bis zum 31. Oktober. Bis dahin will MobilCom eine Einigung mit FT erzielen. Der Konzern soll die Schulden übernehmen, will sich aber offenbar gleichzeitig von seinen Anteilen an Mobilcom trennen.
Die Vereinbarung über den Job-Abbau ist der Grundstein eines Sanierungskonzeptes. Dieses muss MobilCom vorlegen, um öffentliche Mittel von bis zu 350 Millionen Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der Kieler Landesbank und dem Land Schleswig-Holstein abrufen zu können. Mitte September war die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens von der KfW mit 50 Millionen Euro Soforthilfe gesichert worden.