MobilCom Schmid droht Franzosen mit Klage
Büdelsdorf - Schmid sagte im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", er lasse in den "nächsten Wochen per richterlicher Entscheidung feststellen", dass der französische Staatskonzern seine Anteile an MobilCom sofort übernehmen müsse. Schmid hatte seine Verkaufsoption für ausgeübt erklärt, France Télécom hält sie nach eigenen Angaben für noch nicht gültig erklärt. Schmid will sich nur dann nicht von seinem Anteil trennen, wenn France Télécom den UMTS-Netzaufbau seinen eigenen Vorstellungen entsprechend finanziert.
"Will France Télécom einen Strategiewechsel, bitte, sofort. Sollen sie MobilCom übernehmen. Ein Schmid steht dem nicht im Wege", wurde der Unternehmensgründer zitiert. Der Chef des französischen Telekommunikationskonzerns Michel Bon hatte Ende der Woche in einem Interview einen Strategiewechsel angekündigt. Demnach will France Télécom nicht mehr über seine Tochter MobilCom ein eigenständiges UMTS-Geschäft in Deutschland aufbauen. Er strebe ein Zusammengehen der MobilCom mit einem der anderen kleinen UMTS-Lizenznehmer in Deutschland an, hatte Bon dem "Handelsblatt" gesagt.
Schmid sagte den Angaben zufolge der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" weiter, die Franzosen hätten nur die Wahl, das hochverschuldete Unternehmen in Büdelsdorf sofort zu übernehmen, oder mit weiteren Milliarden den Aufbau von dessen UMTS-Netz zu finanzieren.
Bon müsse es sich aber genau überlegen, ob er es zu einem Gerichtsverfahren kommen lasse, warnte Schmid. "Ein Prozess würde zum Desaster für France Télécom. Ein französischer Staatskonzern muss einem deutschen Richter erklären, warum er Verträge bricht, 6000 Arbeitsplätze und das Geld Tausender Kleinaktionäre gefährdet. Kaum vorstellbar, dass Herr Bon sich das zumutet, noch dazu mitten im französischen Wahlkampf", wurde Schmid zitiert.
Schmid und France Telecom streiten seit Wochen darüber, wie hoch die Investitionen in den Aufbau des deutschen UMTS-Netzes sein sollen. Schmid will 1,3 Milliarden Euro ausgeben, France Telecom, das 28,5 Prozent an dem Unternehmen hält, nur einige hundert Millionen Euro.