MobilCom: Schmid vor unrühmlichem Rauswurf - DER SPIEGEL
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MobilCom Schmid vor unrühmlichem Rauswurf

Nach dem Krach auf der Hauptversammlung will France Télécom offenbar in den nächsten Tagen die Kontrolle bei MobilCom übernehmen und Firmenchef Schmid verdrängen. Sein Abschiedsgeschenk dürfte weniger üppig ausfallen, als er hofft.
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Hamburg/Büdelsdorf - Schon in der kommenden Woche wolle der Aufsichtsrat beschließen, Schmid auszuzahlen und ihn als Vorstandsvorsitzenden abzulösen, berichtet die "Financial Times Deutschland" ("FTD") unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Bedingung sei, dass Schmid bis nächste Woche zurücktrete. "Der Rücktritt ist Teil des Gesamtpakets, das wir in der nächsten Woche beraten werden", zitiert das Blatt einen Aufsichtsrat.

France Télécom wolle Schmid, der zusammen mit seiner Frau 40 Prozent der MobilCom-Aktien hält, zum Abschied weniger zahlen als er verlangt. Im Gespräch seien nun 20 Euro je Aktie, nicht mehr die von Schmid geforderten 22 Euro. Ein Sprecher von France Télécom in Paris wollte die Vorgänge auf der Hauptversammlung in Hamburg laut "FTD" nicht offiziell kommentieren. In Konzernkreisen heiße es aber, Schmid müsse sich binnen einer Woche entscheiden.

"Die Aktionäre wollen ihn loswerden"

Die MobilCom-Aktionäre, allen voran France Télécom, hatten dem Vorstandschef und Unternehmensgründer auf der Hauptversammlung am Donnerstag als einzigem Vorstandsmitglied die Entlastung verweigert. Fast 86 Prozent des stimmberechtigten Kapitals wandten sich gegen Schmid. Zuvor hatte der Aufsichtsrat ein Sondergutachten vorgestellt, demzufolge Schmid gegen das Aktienrecht verstoßen hat, als er mit Hilfe von MobilCom-Aktien aus dem Besitz seiner Ehefrau ein Aktienoptionsprogramm auflegte.

Schmid selbst wies die Forderung von Aktionärsvertretern nach seinem Rücktritt zurück, entschuldigte sich aber bei Aktionären für "Verfehlungen". Der Aktienkurs brach in der Spitze um gut 26 Prozent auf ein Tagestief von 12,78 Euro ein, erholte sich nach der Verweigerung der Entlastung durch die Aktionäre aber wieder. Ein Händler sagte: "Positiv wird aufgenommen, dass Schmid nicht entlastet wurde. Die Aktionäre wollen ihn loswerden und einen Neuanfang sehen".