MobilCom: Schmid zählt seine Stunden - DER SPIEGEL
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MobilCom Schmid zählt seine Stunden

Showdown bei MobilCom: Unternehmenschef Schmid wird am Freitag vermutlich vom Aufsichtsrat vor die Tür gesetzt. Es sei denn, Schmid hat ein dubioses Geschäft bis dahin doch noch revidiert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Büdelsdorf - MobilCom-Sprecher Matthias Quaritsch übt sich kurz vor der entscheidenden Sitzung in Geheimhaltung: Er wisse nicht, ob der Rücktritt Schmids auf der Tagesordnung des Aufsichtsgremiums steht, sagte er, oder ob das Unternehmen nach der Sitzung eine Mitteilung herausgeben werde. Ob Schmid das Optionsgeschäft, das ihn seinen Kopf kosten könnte, inzwischen rückabgewickelt habe, wollte oder konnte Quaritsch ebenfalls nicht sagen. Nur eines bestätigte der MobilCom-Sprecher: dass der Aufsichtsrat am Freitag in außerordentlicher Sitzung tagt. Wo und wann? Das könne er nicht sagen.

Und so blühen wieder einmal die Spekulationen über die Zukunft des Firmengründers. Allgemein wird zwar erwartet, dass Schmid zum Rücktritt gezwungen wird. Schon Anfang der Woche hatten Finanzzeitungen dies unter Berufung auf Aufsichtsratskreise verkündet. Die Nachrichtenagentur dpa-AFX jedoch will am Donnerstag aus Unternehmenskreisen erfahren haben, dass einige Mitglieder des zwölfköpfigen Gremiums es nicht für zweckmäßig halten, wenn der Großaktionär Schmid in dieser Situation zurücktrete. Denn der Rücktritt könnte die Arbeitnehmer demotivieren und die Stabilität der Firma gefährden.

Der Aufsichtsrat hatte Schmid aufgefordert, Zahlungen von 68 Millionen Euro an die von seiner Frau geführte Millenium GmbH rückgängig zu machen. Sie wurden in Zusammenhang mit einem Aktienoptionsprogramm geleistet, mit dem MobilCom Händler belohnen wollte. Schmid hatte die Transaktion nicht mit dem Aufsichtsrat abgestimmt, der sie in einem auf der Hauptversammlung vorgelegten Gutachten als Verstoß gegen das Aktienrecht wertete.

Die Frist für die Rückzahlung der Millionen, so berichtet das "Wall Street Journal", soll am Donnerstag um Mitternacht auslaufen. Sprecher Quaritsch sagte dazu, er wisse nicht, ob Schmid zu einer solche Zahlung aufgefordert sei oder ob es dafür eine Frist gebe. Darüber werde am Donnerstag aus dem Unternehmen auch niemand Auskunft geben. Ob es am Freitag dazu Informationen gibt? Keine Antwort. MobilCom-Aktionären steht ein Nerven aufreibender Tag bevor.