MobilCom Staatsanwaltschaft erhebt Klage gegen Schmid
Kiel - Hintergrund der Anklage ist ein umstrittenes Aktienoptionsgeschäft. Dieses hatte im vergangenen Jahr zum Zerwürfnis zwischen Konzerngründer Schmid und Großaktionär France Télécom geführt. In der Folge musste MobilCom Insolvenz .
Die Staatsanwaltschaft Kiel wirft Schmid vor, bei dem Geschäft seine Sorgfaltspflichten als Vorstandsvorsitzender verletzt zu haben. Die Zahlungen zwischen Juli 2001 und Januar 2002 seien ohne vertragliche Grundlage veranlasst worden. Zudem sei die Sicherung des Vermögens unzureichend gewesen.
Ferner muss sich Schmid mit dem Vorwurf auseinander setzen, das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung sei bei dem Geschäft nicht ausgeglichen gewesen, da seine Ehefrau Sybille Schmid-Sindram Geschäftsführerin bei Millennium gewesen sei. Sie hatte Mobilcom-Aktien für ein Händler-Motivationsprogramm bereit gestellt und dafür eine Optionsprämie erhalten. Dem Konzernunternehmen MobilCom Kommunikationstechnik sei dadurch ein Schaden von mindestens 16 Millionen Euro entstanden, hat die Staatsanwaltschaft Kiel errechnet. Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit Beginn des Jahres gegen Schmid und dessen Ehefrau und hat auch Büro- und Privaträume durchsucht.
Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Kiel muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Schmid entscheiden. Das Verfahren gegen dessen Ehefrau wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue werde gesondert behandelt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Schmids Rechtsanwalt Erich Samson beantragte, dass die Richter die Anklage zurückweisen. Es handle sich bei den Vorwürfen um eine komplizierte Frage der rechtlichen Bewertung von Aktienoptionsgeschäften, erklärte der Strafrechtsprofessor. Schmid selbst hatte in früheren Erklärungen betont, das Geschäft sei rechtmäßig gewesen und dabei auf Gutachten von Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten verwiesen.
Schmid hatte im vergangenen Jahr im Zuge der Mobilcom-Krise sowohl sein Amt als Vorstandsvorsitzender als auch das Verfügungsrecht über seine Aktien eingebüßt. Diese verwaltet nun ein Treuhänder. Wegen des Kursverfalls der MobilCom-Aktie musste Schmid zudem ein privates Insolvenzverfahren . Nach Angaben von Gläubigern hat Schmid rund 300 Millionen Euro Schulden.