MobilCom Verwirrung um UMTS-Prognosen
Hamburg - Dies sagte ein MobilCom-Sprecher am Mittwoch in Büdelsdorf auf Anfrage. Von MobilCom-Chef Gerhard Schmid in dem Börsenmagazin "Focus Online" geäußerte Umsatzerwartungen hätten sich auf alle Kunden der Firma "in der Startphase von UMTS" und nicht, wie von dem Magazin behauptet, nur auf den UMTS-Bereich bezogen.
"Focus Money" hatte berichtet, MobilCom habe die UMTS-Umsatzerwartungen nach unten revidiert und den Firmenchef Gerhard Schmid mit den Worten zitiert, er rechne mit "monatlich 30 bis 35 Euro Umsatz pro Kunde". "Das Zitat ist einfach aus dem Zusammenhang gerissen", sagte der MobilCom-Sprecher. Angaben von "Focus Money", wonach MobilCom noch vor einem Jahr 60 bis 80 Euro Umsatz pro UMTS-Kunde prognostiziert habe, seien ebenfalls nicht richtig, betonte der Firmensprecher. Wie hoch der durchschnittliche Umsatz pro MobilCom-Kunde zur Zeit ist, wollte er nicht sagen.
Aus vertraulichen Unterlagen, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen, geht allerdings hervor, dass sich die Büdelsdorfer sehr wohl und sehr konkret über die durchschnittlichen Umsatzerwartungen pro Kunden Gedanken gemacht haben. Die Durchschnittsumsätze pro Mobilfunkkunde sollten sich den Unterlagen zufolge von rund 40 Euro im Jahr 2000 bis 2005 mehr als verdoppeln und stabil bleiben. Zusammen mit Werbung, dem Hardware- und Mobile-Commerce-Geschäft strebte MobilCom danach im Jahr 2005 rund fünf Millionen Mobilfunkkunden und einen UMTS-Umsatz von knapp fünf Milliarden Euro und im Jahr 2010 von rund zwölf Milliarden Euro an. Ab 2008, so die Kalkulation, solle die UMTS-Sparte schwarze Zahlen schreiben.
Die MobilCom-Aktie verlor am Mittwoch 5,3 Prozent auf 24,97 Euro, während der Nemax-50-Index, in dem das Papier vertreten ist, gut vier Prozent im Minus stand.
Der Firmensprecher bestätigte, dass ein Investor MobilCom über den Erwerb eines Aktienpakets des Unternehmens von über fünf Prozent informiert habe. Den Namen des Investors wollte der Sprecher nicht nennen. An MobilCom ist neben dem Unternehmenschef Gerhard Schmid noch France Télécom maßgeblich beteiligt.