Mobiles Internet Zu viel versprochen
Paris - Die Nutzer würden die neue Technik schneller annehmen als Analysten bislang vermuten, gaben sich Hersteller und Anbieter mobiler Internetdienste gegenüber dem "Wall Street Journal" in einer Umfrage überzeugt. Gleichzeitig räumten sie aber auch ein, dass es länger dauern werden als geplant, bis die versprochenen Dienste auch verfügbar seien. Immerhin sei Europa mit dem Ausbau der mobilen Anwendungen und dem Hochgeschwindigkeitszugang von Handys an das Internet den USA technisch voraus.
Nach Aussage der befragten 19 Unternehmen - elf Anbieter mobiler Internetdienste und acht Netzwerkausrüster - wird das mobile Internet nicht mit der noch vor einigen Monaten angekündigten Geschwindigkeit Einzug halten. Statt der anvisierten 2-Megabit-Übertragung pro Sekunde dürfte mit 64 bis 144 Kilobit pro Sekunde nur rund ein Zwanzigstel realisiert werden. Trotz moderner Datenkompression werden daher datenintensive Multimediadienste vorerst nicht im erhofften Umfang angeboten werden können, räumten die Unternehmen ein. Auch die Übertragungsgeschwindigkeiten des Mobilfunkstandards "General Packet Radio Service" (GPRS) dürften mit 20 bis 40 kps deutlich unter den von einigen Anbietern angekündigten 118 kps liegen.
"Die Unternehmen unterschätzen die Probleme bei der Markteinführung", kommentierte Per Lindberg, Telekom-Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein, Frankfurt, die Ergebnisse der Umfrage. Er vermutet, dass die Anbieter UMTS-Dienste in Großstädten frühestens im Jahr 2003 anbieten können. Zudem erwartet er weitere Verzögerungen und Reduzierungen der Übertragungsgeschwindigkeiten.