Mobilfunk: Briten erzwingen Job-Abbau bei VIAG Interkom - DER SPIEGEL
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Mobilfunk Briten erzwingen Job-Abbau bei VIAG Interkom

Obwohl der Mobilfunk-Anbieter VIAG Interkom seinen Marktanteil gesteigert hat, sollen 500 weitere Mitarbeiter gehen. Der Abbau von Jobs und Filialen bei der britischen Mutter fällt noch schmerzhafter aus.
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München/London - Die britische mmO2 ist mit 17,24 Millionen Kunden der fünftgrößte Mobilfunkkonzern Europas und hat im vergangenen Quartal 453.000 neue Teilnehmer gewonnen - doch in Zeiten, in denen der Mobilfunk in der Krise steckt und die Kosten der UMTS-Versteigerungen drücken, reicht das nicht mehr. In zwei der vier Länder, in denen mmO2 aktiv ist, schreibt das Unternehmen rote Zahlen. Das kleinere Sorgenkind ist die niederländische Telfort, das größere die deutsche VIAG Interkom, die hinter den Marktführern T-Mobil, Vodafone D2 und auch hinter E-Plus liegt. VIAG Interkom hat eine 8,44 Milliarden Euro teure UMTS-Lizenz ersteigert, als die Unternehmensmutter noch Teil der British Telecom war.

mmO2 muss also handeln - und hat sich drastische Einschnitte vorgenommen. Am Dienstag hat Konzernchef Peter Erskine angekündigt, 500 Stellen der 3400 Stellen in Deutschland streichen zu wollen. In Großbritannien sollten weitere 1400 Jobs wegfallen, außerdem werde das Vertriebsnetz um 42 Prozent schrumpfen, so Erskine weiter. Dadurch sollen jährlich 70 Millionen Pfund (112 Millionen Euro) eingespart werden. Den Deutschen half offenbar auch nicht, dass die Kundenzahl bei VIAG Interkom im vergangenen Jahr auf 3,65 Millionen Handynutzer stieg, Vor allem das Weihnachtsgeschäft sei gut gelaufen, berichtete VIAG Interkom am Dienstag. Ende September habe man 3,39 Millionen Kunden gehabt. Der Marktanteil sei so im vierten Quartal von sechs auf sieben Prozent gestiegen. Zum Jahresanfang hatte VIAG Interkom laut früheren Angaben 3,2 Millionen Kunden.

An der Londoner Börse war mmO2 nach Invensys und dem Konkurrenten Vodafone bis 11 Uhr die am drittmeisten gehandelte Aktie im FTSE-100-Index. Nachdem der Kurs nach Bekanntgabe gegen den Trend ins Plus geschossen war, fiel er wieder deutlich zurück. Erste Marktteilnehmer äußerten sich positiv über die Sparpläne. "Das ist ein Beweis dafür, dass sich das Management anstrengt", sagte James Clunie, Fondsmanager von Aberdeen Asset Management. Izak Swanepoel, Analyst bei der Bank of Amerika, lobte: "Das ist genau das, worauf der Markt gewartet hat. Weil das Kundenwachstum an Fahrt verliert, warten wir auf Kostenreduzierungen."

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2001/2002, das am 31. März endete, hatte VIAG Interkom nach eigenen Angaben einen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 183,3 Millionen Euro geschrieben. Die Gewinnschwelle auf dieser Basis wollte VIAG Interkom nach früheren Angaben im Jahr 2003 erreichen. Bereits im vergangenen August hatte VIAG Interkom bekannt gegeben, frei werdende Stellen nicht wieder zu besetzen und so die Zahl der Beschäftigten um 13 Prozent zu drücken.