Mobilfunk-Discount Aldi Talk vor Neuauflage
Düsseldorf/Hamburg - Bei Aldi können derzeit keine Mobilfunkverträge mehr gekauft werden. "Das Angebot war von Anfang an auf zwei Wochen begrenzt und daher kommt der Schritt planmäßig", sagte ein Sprecher des Netzbetreibers E-Plus. E-Plus hatte für Aldi Talk das Netz gestellt. Service-Partner war der Elektrokonzern Medion , der Aldi unter anderem auch mit Computern beliefert.
Ob die Aktion ein Erfolg war, wollte der Sprecher nicht sagen. Zu Absatzzahlen äußere man sich grundsätzlich nicht. Nach Angabe von Medion allerdings wurden 300.000 PrePaid-Karten verkauft.
Eine Neuauflage von Aldi Talk gilt als wahrscheinlich. Wie SPIEGEL ONLINE aus Kreisen der beteiligten Unternehmen erfuhr, wird über eine Wiederholung sehr intensiv nachgedacht. "Das würde aus Kundensicht Sinn machen", hieß es. Tatsächlich wird es für Aldi-Talk-Nutzer billiger, je mehr Abnehmer der Dienst findet. Innerhalb des Aldi-Netzes kosten Gespräche nur fünf Cent pro Minute.
Aber auch bei normalen Verbindungen ist der Discounter seinem Billigimage treu geblieben. Mit dem Minutenpreis von 15 Cent hatte Aldi den Branchenschnitt zum Teil massiv unterschritten. Die Branchenführer T-Mobile und Vodafone hatten als Reaktion darauf ihre über das Internet buchbaren Tarife zum Teil massiv gesenkt.
Das Beispiel von Aldi könnte Schule machen. In den kommenden Monaten werden nach Angaben aus Branchenkreisen weitere Discounter folgen. Anfang kommenden Jahres will der Aldi-Konkurrent Lidl seinerseits ein eigenes Mobilfunkangebot in das Sortiment aufnehmen. Der Minutenpreis von Aldi soll dabei unterboten werden.
Schon seit Anfang 2005 drängen mehrere Billiganbieter mit simpler Tarifstruktur auf den hiesigen Markt. Jüngste Gründungen dieser servicefreien Akteure sind der Mobilcom-Ableger Klarmobil.de, Blau.de und Easymobile. Hinter Easymobile steht der dänische Telekommunikationskonzern TDC. Vorreiter sind E-Plus mit der Billigtochter Simyo und der Handelskonzern Tchibo mit seinem Mobilfunkangebot.
Jörn Sucher