Mobilfunk: E-Plus ruft nach dem Staat - DER SPIEGEL
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Mobilfunk E-Plus ruft nach dem Staat

Anrufe vom Festnetz aufs Handy sollen billiger werden. Doch jetzt gibt es zwischen den Mobilfunkunternehmen Streit. E-Plus fühlt sich gegenüber seinen Konkurrenten benachteiligt – und fordert das Einschreiten des staatlichen Regulierers.
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Düsseldorf - Während T-Mobile, Vodafone und 02 freiwillig die Gebühren für Anrufe vom Festnetz in ihre Netze senken wollen, fordert E-Plus das Einschreiten der staatlichen Bundesnetzagentur. "Der Regulierer muss hier handeln", sagte Vorstand Thorsten Dirks.

Die Bundesnetzagentur hatte zuvor gefordert, die Gebühren für eingehende Telefonate aus dem Festnetz, die sogenannten Terminierungsentgelte, auf das europäische Niveau von unter zehn Cent abzusenken. Würden sich die Mobilfunkunternehmen untereinander nicht freiwillig einigen, werde man handeln.

T-Mobile und Vodafone haben sich dem Vernehmen nach bereits mit O2 auf eine Absenkung auf 9,5 Cent pro Minute geeinigt. O2 soll künftig knapp elf Cent erhalten. Mit E-Plus jedoch kam keine Einigung zustande.

Das Unternehmen fühlt sich bei den Terminierungsentgelten im Nachteil. Es verlangt eine höhere Gebühr für Anrufe in sein Netz und das von O2, als sie Telekom und Vodafone erhalten.

E-Plus untermauert seine Argumentation mit einem Gutachten: Die Kosten für den Betrieb des Mobilfunknetzes der kleinen Anbieter seien höher, weil sie wegen einer anderen Frequenz ein dichteres Mobilfunknetz mit mehr Sendemasten flechten müssten.

Die Terminierungsentgelte sind eine wichtige Einnahmequelle für die Mobilfunkanbieter. Nach Angaben von T-Mobile machen sie zwischen zehn und 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Derzeit kassieren die beiden Marktführer T-Mobile und Vodafone elf Cent pro Minute und E-Plus und O2 jeweils 1,4 Cent mehr pro Minute bei Anrufen aus dem Festnetz. Die Differenz müsse wegen der höheren Kosten für den Netzbetrieb jedoch auf vier Cent steigen, sagt E-Plus – die Bundesnetzagentur müsse dies berücksichtigen und die Preise regulieren.

Dagegen laufen die anderen Sturm: "Wir tun alles dafür, dass es nicht zu einer Regulierung des Marktes kommt", sagte ein Vodafone-Sprecher. Das Unternehmen orientiere sich an der Freiwilligkeit und wolle Preissenkungen von unter 10 Cent gerne mitmachen. Auch ein Sprecher von T-Mobile betonte, dass das Unternehmen auf eine freiwillige Lösung setze.

Da die Einigung mit E-Plus nicht zu Stande kam, rechnen Experten nun tatsächlich mit einer Regulierung des Mobilfunkmarktes. Die Frist für Stellungnahmen zu einem Entwurf einer Regulierungsverfügung lief an diesem Freitag aus.

T-Mobile kritisierte die Forderungen von E-Plus, die Differenz der Entgelte zwischen D- und E-Netzen noch weiter zu erhöhen. "Zwölf Jahre nach dem Netzstart gibt es dazu überhaupt keinen Grund", sagte der Sprecher. Er verwies auf die E-Plus-Muttergesellschaft KPN, die in den Niederlanden bis 2008 eine vollständige Aufhebung der Differenz durchgesetzt habe.

ank/ddp/dpa