Mobilfunk Handy-Boom ebbt ab
Tokio - Matsushita, der fünftgrößte Handy-Produzent der Welt mit Marken wie Panasonic, hat die Prognosen für den Verkauf von Mobiltelefonen um 7,5 Prozent zurückgenommen. Grund ist das ins Stocken geratene Wachstum in Europa und Südkorea.
Die zurückgeschraubten Erwartungen aus Tokio folgen den Warnungen, die von Weltmarktführer Nokia im Juni veröffentlicht wurden. Auch die Finnen gehen davon aus, dass Kunden in Europa nicht mehr so viele Geräte kaufen werden.
Grund sei, dass die Geräte mehr können, teurer seien und deshalb nicht mehr so schnell ersetzt werden. In Südkorea dagegen laufen finanzielle Förderprogramme für den Mobilfunk aus, die Neuanschaffungen teurer und damit weniger attraktiv aussehen lassen.
Weltweit legte der Verkauf von Mobilgeräten von 1998 auf 1999 um 65 Prozent zu. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 283 Millionen Handys verkauft. In diesem Jahr, so eine Prognose des US-Marktforschungsinstituts Dataquest, sollten 410 Millionen Geräte weltweit über den Ladentisch gehen.
Nach Angaben von Matsushita liegt ein weiterer Hinderungsgrund für den Verkauf in der nur schleppenden Verbreitung des WAP-Protokolls. Die WAP-fähigen Geräte seien auf deutlich weniger Nachfrage gestoßen als erwartet. Die Japaner fahren deshalb momentan die Produktion von Billig-Handys hoch.