Mobilfunk im Irak: America first - DER SPIEGEL
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Mobilfunk im Irak America first

Noch während der Irak-Krieg in vollem Gange ist, reden US-Politiker bereits über das große Geschäft danach. Ein kalifornischer Kongressabgeordenter verlangt von Verteidigungsminister Rumsfeld, die Europäer bei der Wahl des Mobilfunkstandards im Irak gar nicht erst zum Zuge kommen zu lassen.
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New York - "Die US-Regierung wird bald für den Aufbau eines irakischen Mobilfunknetzes die Dollar amerikanischer Steuerzahler über Frankreich, Deutschland und andere europäische Mobilfunk-Unternehmen ausschütten", schrieb der Rechtsexperte Darell Issa an Rumsfeld. In seinem Brief, den er auf seiner eigenen Homepage veröffentlicht hat, verlangt der republikanische Abgeordnete, der Technologie amerikanischer Unternehmen wie etwa Qualcomm den Vorrang zu geben.

Bei seiner Übersetzung von GSM, das ursprünglich für "Groupe Speciale Mobile" stand, stellt er außerdem fest, dass der Standard seiner Meinung nach von den Franzosen entwickelt wurde. Das ist nicht ganz richtig: die GSM-Technologie wurde von einem Konsortium europäischer Unternehmen erfunden, darunter Nokia und Ericsson.

Irak, Nordkorea und Afghanistan gehören zu den letzten großen Ländern, die noch über kein flächendeckendes Mobilfunknetz verfügen. In Europa und im Mittleren Osten ist bisher GSM die am meisten verbreitete Technologie. Insgesamt gibt es rund 331 Millionen Nutzer weltweit. Das unter anderem in den USA genutzte CDMA-Netz (Code Division Multiple Access) mit derzeit rund 67 Millionen Nutzern geht auf eine Entwicklung der Alliierten Militärs aus dem Zweiten Weltkrieg zurück. Die größten Lieferanten für die CDMA-Infrastruktur ist neben Qualcomm der US-Konzern Lucent Technologies.