Mobilfunk KPN plant offenbar Allianz mit Debitel
Den Haag - Vor drei Tagen gab KPN bekannt, den Börsengang ihrer Mobilfunk-Tochter zu verschieben. Jetzt lieferten die Niederländer die Begründung nach: "Gespräche mit einem möglichen strategischen Partner könnten eine materielle Auswirkung auf das Geschäft von KPN Mobile haben und folglich für Investoren von KPN-Mobile-Aktien wichtig sein", so ein Sprecher. Eine Fusion stehe allerdings nicht zur Debatte. Die Zeitung "El Mundo" meldete dagegen, dass ein Zusammenschluss von Telefónica und KPN das Resultat einer strategischen Allianz sein könnte.
Welche Partner KPN außer Telefónica sucht, wollte der Sprecher nicht sagen. In deutschen Branchenkreisen hieß es, debitel sei im Gespräch. Ein Bündnis der beiden Unternehmen, die in den Niederlanden schon kooperierten, habe Sinn. Auf dem deutschen Mobilfunkmarkt ist Debitel die Nummer drei. KPN rangiert seit der im Dezember 1999 erfolgten Übernahme von E-Plus auf Rang vier in der Bundesrepublik.
In Europa will die Mobilfunk-Tochter des niederländischen Konzerns nach Angaben von KPN unter die Top-Drei kommen. Um dieses Ziel zu erreichen, könne KPN gemeinsam mit Debitel in das Bieterverfahren für die deutschen UTMS-Lizenzen einsteigen, so die Branchenkenner weiter.
Am Freitag war die Bewerbungsfrist für vier bis sechs deutschen UMTS-Lizenzen abgelaufen. Acht Firmen und ein Konsortium - darunter auch Debitel und E-Plus - haben sich um eine der milliardenteuren Rechte beworben. UMTS soll Funktelefone durch deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten voll internet- und multimediafähig machen.
Bei den hohen Kosten für UMTS-Lizenzen müßten die beteiligten Firmen flexibel sein, hieß es. Debitel wollte ursprünglich gemeinsam mit Mobilcom ein gemeinsames Gebot einreichen. Dieser Plan entfiel jedoch, als jüngst die France Télécom den Erwerb eines Anteils an Mobilcom unter anderem mit dem Ziel eines gemeinsamen UMTS-Angebots ankündigte.