Mobilfunk: Kundenwachstum war Mogelpackung - DER SPIEGEL
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Mobilfunk Kundenwachstum war Mogelpackung

Nach der "Internet-Blase" platzt jetzt die "Mobilfunk-Blase": Nach Schätzung von Marktforschern haben die deutschen Mobilfunkbetreiber rund sechs Millionen Kunden weniger als angenommen.
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Hannover - Faktisch sei von 42 Millionen Mobilnutzern in Deutschland auszugehen und nicht von 48,2 Millionen, sagte die Mobilfunk-Beraterfirma Xonio am Dienstag zur Cebit in Hannover. Betrügerische Kunden hätten weit unter Preis abgegebene Handys in großem Stil eingekauft und gewinnträchtig exportiert. Bis zu 300 Mark Zuschuss pro Gerät gingen Betreibern so verloren, ohne dies durch Gebühren ausgleichen zu können. Der finanzielle Schaden sei im oberen dreistelligen Millionenbereich anzusiedeln.

Auslöser sei die Flut von Billigangeboten im Boomjahr 2000 gewesen. "Einige Großhändler berichten von Käufern, die sich mit Tausenden von Geräten eindeckten", sagte Geschäftsführer Mathias Plica. Viele Verbraucher hätten zudem ein Schnäppchen schnell in den Schrank geworfen und ein neues gekauft. Ungenutzte Karten blieben jedoch für zwölf Monate aktiviert und würden derweil fälschlich als Kunden gezählt.

In der vergangenen Woche hatte nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" der Marktführer Vodafone eingeräumt, dass neun Prozent seiner Kunden ihr Handy nicht oder nicht mehr nutzen. In Zukunft wolle der Mobilfunkanbieter die inaktiven Kunden aus seinen Zahlen herausrechnen.

Vodafone tritt mit dem Eingeständnis als erster Mobilfunkanbieter die Flucht nach vorn an. Denn die Zahl der Nutzer nähert sich der Sättigungsgrenze. Mit eindrucksvollem Kundenwachstum können die Telekoms gegenüber ihren Investoren nicht mehr aufwarten. Vodafone will deshalb den durchschnittlichen Umsatz pro Kunden in den Mittelpunkt des Interesses stellen. Diese Kennzahl wird von einigen Analysten schon länger als wichtigerer Indikator angesehen.

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