Mobilfunk: MobilCom versechsfacht Verlust - DER SPIEGEL
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Mobilfunk MobilCom versechsfacht Verlust

Der Mobilfunk-Anbieter MobilCom bleibt auch nach dem Abtritt des Gründers Gerhard Schmid in schwerem Fahrwasser. Ein Darlehen ist nur vorübergehend gestundet, der Umsatz verharrt auf niedrigem Niveau - nun droht offenbar eine Abschreibung auf die milliardenteure UMTS-Lizenz.
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Büdelsdorf - Der neue MobilCom-Chef Thorsten Grenz gab bei der Verkündung der Quartalszahlen erst einmal Entwarnung. Die akute finanzielle Bedrohung des Mobilfunkanbieters sei, auch dank der forcierten Restrukturierung, zunächst abgewehrt. Dazu habe auch beigetragen, dass die im Juli fällige Rückzahlung eines Darlehens über 4,7 Milliarden Euro von den Banken gestundet werde - allerdings zunächst nur bis Ende September.

Zudem sind MobilComs Geschäftszahlen für das zweite Quartal erneut tiefrot. Der Nettoverlust versechsfachte sich auf 172,8 Millionen Euro, nach 27,9 Millionen Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda), im zweiten Quartal 2001 noch positiv bei 3,8 Millionen Euro, rutschte auf minus 49,7 Millionen Euro ab. Auch der Umsatz verringerte sich deutlich: Er fiel binnen Jahresfrist von 669,5 Millionen auf 520 Millionen Euro. Vorab befragte Analysten hatten allerdings befürchtet, dass es noch schlimmer kommen würde.

Grenz sagte weiter, das Unternehmen denke darüber nach, die zusammen mit France Télécom für 8,4 Milliarden Euro ersteigerten UMTS-Lizenz neu zu bewerten. Detaillierte Prognosen über mögliche Abschreibungen nannte er nicht. Es sei absehbar, so Grenz, dass UMTS kurzfristig nicht wie zunächst erwartet zu einem boomenden Massenmarkt werde.

Gründe für die Misere des Mobilfunkbetreibers sind unter anderem die enorme Schuldenlast und die Sättigung des Marktes für den GSM-Mobilfunk. Im Quartalsvergleich ist indes zu sehen, dass sich die Lage gegenüber dem Zeitraum Januar bis März leicht verbessert hat. So lag der Ebidta-Betriebsverlust im zweiten Quartal deutlich unter dem Minus von 121 Millionen Euro in den ersten drei Monaten des Jahres.

Auch der Umsatz erhöhte sich im Quartalsvergleich - trotz rückläufiger Provisionen der Mobilfunkanbieter D1, D2 und E-Plus - leicht auf 520 Millionen Euro von 514 Millionen Euro zuvor.

Nach Veröffentlichung der Zahlen rutschte die MobilCom-Aktie leicht ab, hielten sich aber besser als der Gesamtmarkt. Gegen 10.15 notierte das Papier bei 6,44 Euro, ein Verlust von 0,9 Prozent gegenüber dem Vortag. Der Nemax 50 notierte gleichzeitig bei 490 Punkten, ein Minus von 1,5 Prozent.