Mobilfunk Netzagentur setzt Preissenkung durch
Düsseldorf - Die Behörde hat drei deutschen Mobilfunkbetreibern die Entgelte um rund 16 Prozent gekappt, die sie von anderen Telefonunternehmen für die Zustellung von Anrufen in ihre Netze erhalten. Die Netzagentur teilte mit, mit den Genehmigungen für die Mobilfunkbetreiber T-Mobile, E-Plus und O2 werde bis Ende November 2007 ein neues Entgeltsystem vorgegeben.
Die Terminierungsentgelte für Marktführer T-Mobile werden auf 0,0878 von 0,110 Euro gesenkt, bestätigte die Netzagentur. Die beiden kleineren Mobilfunkbetreiber E-Plus und O2 erhalten künftig nur noch jeweils 0,0994 Euro pro Minute für jeden Anruf. Bislang lag die Gebühr bei 0,124 Euro. Die Bundesnetzagentur hatte Mitte September angeordnet, dass die Entgelte künftig der Regulierung unterliegen. Die Netzbetreiber hatten teilweise eine deutliche Erhöhung der Gebühren beantragt.
Eine Entscheidung über die Entgelte für Vodafone soll später fallen. Daher treten die abgesenkten Entgelte erst ab dem 23. November in Kraft, heißt es in der Mitteilung der Behörde weiter. Mit der Entscheidung werde eine Schieflage im Wettbewerb zwischen dem Mobilfunk und dem Festnetz korrigiert, erklärte der Präsident der Netzagentur, Matthias Kurth. Die Entgelte seien auf der Basis eines internationalen Tarifvergleichs ermittelt worden; die eingereichten Unterlagen der Unternehmen seien keine tragfähige Grundlage gewesen.
Der Bundesverband Breitbandkommunikation BREKO bezeichnete die Entscheidung als "herbe Enttäuschung". Präsident Peer Knauer erklärte, es habe alles dafür gesprochen, auf eine Größenordnung von 0,05 Euro herunterzugehen. Mit der jetzigen Festlegung gebe es weiterhin ein eklatantes Ungleichgewicht zwischen den Ausgaben, die Festnetzbetreiber bei der Übergabe ins Mobilfunknetz haben und den Einnahmen, die sie bei der Gesprächsübernahme in umgekehrter Richtung erzielen.
tim/DowJones