Mobilfunk Netzagentur will Preise diktieren
Bonn - Die Beschlusskammer der Netzagentur sei zu dem Ergebnis gekommen, dass nur durch solch eine Genehmigung der Schutz der Verbraucherinteressen gewährleistet werden könne, teilte die Behörde in Bonn mit. So ist die Vorabgenehmigung der sogenannten Terminierungsentgelte geplant. Die Mobilfunkfirmen T-Mobile, Vodafone D2, E-Plus und O2 erhalten diese Entgelte für Anrufe in ihr Netz und stellen damit eine wichtige Einnahmequelle für die Unternehmen dar.
Die vier Netzbetreiber hatten sich nicht auf eine brancheninterne Lösung einigen können, weswegen die Netzagentur eine Regulierung durchführen wird. Die Höhe der Terminierungsentgelte will die Behörde nun anhand der Kosten für den Netzbetrieb ermitteln. Dafür müssten nun die vier Unternehmen ihre Kosten darlegen, sagte eine Behördensprecherin. "Auf dieser Basis wird dann die Höhe der Terminierungsentgelte festgelegt." Die Entgelte sind die natürliche Grenze für die Mindesthöhe von Handy-Gebühren. Bei einer Absenkung würden die Preise weiter sinken können.
Die EU-Kommission und die nationalen Regulierer hätten bis Ende Juli Zeit, ihre Stellungnahmen abzugeben. Dann würden die Unternehmen noch einmal gehört, sagte Behördensprecher Rudolf Boll. Die endgültige Entscheidung der Bundesnetzagentur sei noch im Sommer zu erwarten.
Für die Terminierung verlangen die vier Betreiber zwischen 11 und 13 Cent je Minute. Der drittgrößte Anbieter E-Plus hatte sich einer Einigung widersetzt. Die KPN-Tochter war zwar mit einer deutlichen Absenkung der Durchleitungsentgelte einverstanden, forderte aber eine Ausweitung der Spreizung zwischen den älteren D- und den E-Netzen, die von den Konkurrenten aber abgelehnt wird.
tim/dpa/dpa-AFX/AP