Mobilfunk: Neue Episode im UMTS-Alptraum - DER SPIEGEL
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Mobilfunk Neue Episode im UMTS-Alptraum

Die finnische Sonera, jüngst bekannt durch den Fehlstart ihrer deutschen Tochter Quam, feiert die Premiere des ersten größeren UMTS-Netzes in Europa. Kleiner Schönheitsfehler: Es wurde in pulsierenden Metropolen wie Tampere und Oulu aufgebaut. Und es gibt keine tauglichen Telefone dafür.
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Helsinki - Die Kosten für den UMTS-Start sind immens, das gesteht auch Sonera erneut ein. Allein in Finnland wird das Unternehmen in den Jahren bis 2009 rund 500 Millionen Euro investieren müssen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Eben in Finnland hat das Unternehmen den ersten Schritt in die Ära des Multimedia-Mobilfunks gewagt - aber zaghaft, ganz zaghaft. Die UMTS-Netze in den vier größten finnischen Städten Helsinki, Oulu, Tampere und Turku seien betriebsbereit, heißt es. Damit hat Sonera das erste funktionierende UMTS-Netz in europäischen Ballungsräumen aufgebaut. Bisher liefen nur Tests auf der dünn besiedelten britischen Isle of Man.

Banger Blick in die Zukunft

Auch das finnische UMTS-Netz will Sonera vorerst nur für eigene Tests benutzen. Kunden gibt es ohnehin nicht - weil noch keine tauglichen Telefone erhältlich sind. Richtig in Gang kommen werde das Geschäft mit den neuen Handys in Finnland erst 2004 oder 2005, schätzt Sonera.

Der frühe Netzstart ist für die Finnen also offenbar eine überflüssige Investition. Doch Sonera lief die Zeit davon. In den UMTS-Lizenzbedingungen der finnischen Regierung steht nämlich, dass die Anbieter ihre UMTS-Netze bis Anfang 2002 in Betrieb nehmen müssen.

In Deutschland sieht die Lage für die ohnehin meist hoch verschuldeten Telekom-Anbieter kaum besser aus: Nicht nur haben sie 8,5 Milliarden Euro pro Lizenz ausgegeben - der Bund verpflichtet sie auch, bis Ende 2003 mit ihren Netzen ein Viertel der Bevölkerung erreichen zu können. So stecken die Betreiber schon Milliarden in die neue Technik - nur Umsätze machen sie damit nicht.

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