Mobilfunk: Preiskampf drückt Vodafone ins Minus - DER SPIEGEL
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Mobilfunk Preiskampf drückt Vodafone ins Minus

Fast eine Million Neukunden hat Vodafone im letzten Vierteljahr gewonnen, trotzdem sank der Umsatz. Der Grund: Deutschlands Mobilfunkkonzerne liefern sich einen erbitterten Preiskampf - und schwächeln in den Bilanzen.
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Düsseldorf - Wie sehr die Branche derzeit mit dem Preisverfall zu kämpfen hat, macht ein Detail der jüngsten Vodafone-Zahlen deutlich: Der Konzern gewann zwischen Juli und September nicht nur 923.000 Kunden hinzu; die Vodafone-Gemeinde telefonierte auch länger: durchschnittlich 109 Minuten pro Monat, gut eine Viertelstunde länger als vor einem Jahr.

Doch reichte all dies nicht aus, den Preisverfall um 30 Prozent und die gesunkenen Verbindungs- und Roaming-Entgelte zu kompensieren.

So sank der Deutschland-Umsatz von Vodafone D2, der Nummer zwei unter den deutschen Netzbetreibern, in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2007/2008 um 5,7 Prozent - auf 3,9 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis ging sogar um 8,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück.

Deutschland-Chef Friedrich Joussen zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Abschneiden des Konzerns: Man habe sich in einem "schwierigen Marktumfeld sehr gut behauptet". Dank eines straffen Kostenmanagements sei Vodafone D2 mit einer Gewinnmarge von 43,4 Prozent weiterhin Marktführer in Sachen Profitabilität.

E-Plus glänzt, T-Mobile schwächelt

Tatsächlich konnte Vodafone durch sein starkes Kundenwachstum den Abstand zum Marktführer T-Mobile deutlich verringern. Der rosa Riese gewann im vergangenen Quartal nur 142.000 deutsche Neukunden dazu - und musste ebenfalls Umsatz- und Ertragseinbußen hinnehmen. Insgesamt bringt es T-Mobile auf dem Heimatmarkt auf knapp 34,5 Millionen Nutzer, Vodafone D2 hat 32,5 Millionen Kunden.

Deutlich erfolgreicher präsentierte sich zuletzt E-Plus. Durch eine aggressive Discount-Strategie gewann das Tochterunternehmen des niederländischen KPN-Konzerns nicht nur 547.000 neue Kunden, sondern steigerte als einziges Unternehmen auch Umsatz und Ergebnis.

Deutschlands kleinster Mobilfunkanbieter O2 schlug sich ebenfalls vergleichsweise gut. Das Tochterunternehmen des spanischen Medienkonzerns Telefonica gewann 610.000 neue Kunden und erzielte nach eigenen Angaben trotz Umsatzverlusts ein besseres Betriebsergebnis.

Hoffnungsträger mobiles Internet

Trotz schlechter Ergebnisse geht Vodafone D2 zuversichtlich ins Weihnachtsgeschäft. Vor allem die stark wachsende Datenübertragung durch mobile Online-Dienste soll frisches Geld in die Kassen spülen. Das Spektrum der mobilen Dienste reicht vom Push-E-Mail-Service für Manager bis zur Musik-Downloadplattform für Jugendliche. Auch das Thema Handy-TV habe Vodafone weiter im Visier, sagte Joussen.

Einer Vodafone-Billigmarke im Prepaid-Bereich erteilte der Manager hingegen eine Absage - trotz der Übernahme des Discount-Anbieters allmobility, der in den über 10.000 Schlecker-Filialen unter dem Namen Smobil günstige Prepaid-Mobilfunkangebote vertreibt.

"Viele Marken, das liegt mir nicht", sagte Joussen. Vodafone habe bei allmobility nur zugegriffen, um dessen Insolvenz vorzubeugen. Immerhin gehe es um 450.000 Kunden, die über das Vodafone-Netz telefonierten. Einen Weiterverkauf der Marke schloss der Manager nicht aus.

ssu/AP/dpa/Reuters