Mobilfunk T-Mobile kauft für Milliarden US-Lizenzen
Washington - Die Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile kann ihre Geschäfte in den USA in nächster Zeit deutlich ausbauen: Die derzeitige Nummer vier auf dem US-Markt erwarb in einer gestern Abend in Washington abgeschlossenen Auktion bei weitem die meisten Lizenzen. T-Mobile zahlt nach Angaben der amerikanischen Regulierungsbehörde FCC für 120 Lizenzen 4,2 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro).
Die Telekom setzt verstärkt auf das Wachstum im US-Mobilfunk, nachdem in Deutschland ebenso wie in anderen europäischen Ländern inzwischen eine Sättigung eingetreten ist. In Deutschland schrumpfte im zweiten Quartal dieses Jahres sogar der Markt um 0,2 Prozent. Ganz anders die Aussichten in den USA: Der Markt dort sei vier Mal so groß wie in Deutschland und dürfte bis zum Jahr 2010 jährlich um mehr als sechs Prozent wachsen, sagte Telekom-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke kürzlich.
Diese Chancen will T-Mobile, kleinster der landesweiten Mobilfunkanbieter, durch Ausbau ihres Netzes ergreifen. So soll die Netzabdeckung verbessert werden. T-Mobile hatte unter anderem für die Märkte New York City, Chicago und San Francisco geboten. Mit den neuen Lizenzen soll zudem die Grundlage für schnelle Internet-Zugänge über das Mobilfunknetz geschaffen werden.
Zweitgrößter Bieter bei der Lizenzauktion in den USA war Konkurrent Verizon Wireless, die Nummer zwei auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt, mit 2,8 Milliarden Dollar für 13 Lizenzen. Insgesamt gingen Gebote über 13,9 Milliarden Dollar von 104 Bietern ein, die dem amerikanischen Staatshaushalt zugute kommen. Diese Summe entspricht dem vom Kongress erwarteten Betrag von 10 bis 15 Milliarden Dollar.
T-Mobile International in Bonn wollte heute zum Ausgang der Auktion keine Stellungnahme abgeben. Nach den in den USA geltenden Regeln dürften die beteiligten Unternehmen bis zur Zahlung der ersten Rate keine Aussagen über ihre Pläne machen. Das werde Anfang Oktober der Fall sein, sagte ein Sprecher.
kaz/AP/dpa