Mobilfunk T-Mobile und Vodafone verschärfen Wettbewerb
Hannover - Auf der IT-Messe CeBIT in Hannover stellten T-Mobile und Vodafone am Donnerstag ihre unterschiedlichen Konzepte vor. Vodafone will nicht nur T-Mobile sondern auch deren Mutterkonzern, der Deutschen Telekom Kunden abjagen. "Neun von zehn Telefonaten werden im Festnetz geführt. Von diesem Kuchen wollen wir für den Mobilfunk ein Stück abhaben", sagte Vodafones Deutschlandchef Jürgen von Kuczkowski. So werde es künftig spezielle Zuhause-Tarife geben.
T-Mobile-Chef René Obermann lehnte hingegen die Einführung eines Konkurrenzproduktes zum Festnetzangebot der Telekom ab. "Es wird kein T-Mobile Zuhause geben", sagte er. Die Telekom setze vielmehr auf eine Kombination von Mobilfunk, Festnetz und Zugang ins Internet via DSL. Die Nutzung seines Mobilfunknetzes wolle T-Mobile über attraktivere Tarife ankurbeln.
Ein Modell sei die Einführung eines so genannten "Local-Tarifs", sagte Deutschland-Chef Philipp Humm. Dabei soll sich der Kunde zwei Ortsvorwahlbereiche aussuchen können, in denen er mit seinem Handy zum Festnetztarif telefonieren kann. Ein anderes Modell sieht die komplette Streichung der Geräte-Subventionen vor. Im Gegenzug reduziert sich die monatliche Grundgebühr auf die Hälfte. Bereits in der Vergangenheit hatte T-Mobile angekündigt, vor allem bei Prepaid-Handys die Subventionen zurückzufahren.
Vodafone zeigte sich offen für die Einführung einer so genannten Billigmarke. Dabei nutzen Drittanbieter das Netz des jeweiligen Mobilfunknetzbetreibers unter eigenem Namen. Service, verbilligte Handys und Mehrwertdienste entfallen komplett. Dafür sind die Preise pro Gesprächsminute günstiger. In absehbarer Zeit sei mit einem solchen Angebot aber nicht zu rechnen, sagte von Kuczkowski. Der Chef der britischen Muttergesellschaft, Arun Sarin, hatte in einem Zeitungsinterview die Gründung von Billigmarken angekündigt. In Deutschland vermarktet bisher der kleinste Netzbetreiber, O2, Handys zusammen mit dem Handelskonzern Tchibo.
Für T-Mobile sei eine Billigmarke kein Thema, sagte Obermann. Die Handy-Preise sollen durch die europaweite Bündelung des Einkaufs trotz des geplanten Abbaus der Subventionen niedrig gehalten werden, sagte Deutschland-Chef Humm. Die Unternehmen versprechen sich für die Zukunft Umsatzzuwächse durch mobile Datendienste im Multimedia-Standard UMTS. Im Vordergrund stehen dabei Musik- und Filmdownloads. "UMTS ist der Wachstumsmotor der nächsten Jahre", sagte von Kuczkowski.