Mobilfunk Telekom-Billigmarke lockt zu wenig Kunden
Köln/Bonn - 1000 Neukunden pro Tag waren vorgesehen, doch das war wohl zu hoch gegriffen: Bislang registriere Congstar im Schnitt lediglich rund 800 Anmeldungen pro Tag, berichtete das Wirtschaftsmagazin "Capital" heute vorab. Der Telekom-Vorstand habe in seinen Plänen für die Kölner Tochtergesellschaft rund 200 Verträge mehr am Tag vorgesehen. Die Telekom wollte die Zahlen nicht kommentieren. Ein Sprecher verwies lediglich auf die Zielmarke für Congstar, wonach für 2010 ein Jahresumsatz des Unternehmens von rund einer Milliarde Euro angestrebt sei.
Wie "Capital" weiter berichtete, soll Congstar als Reaktion auf den geringen Absatz Mobilfunk-Kunden zunehmend günstige Handys als Beigabe zu einem Vertrag anbieten. Zugleich diskutiere das Management, wie auch das DSL-Geschäft stärker in Schwung gebracht werden könne. Dem Bericht zufolge erwägt Congstar in diesem Zusammenhang, den Preis für DSL-Modems zu reduzieren, da ein niedrigeres Tarifangebot zurzeit nicht Betracht komme. Außerdem wolle das Unternehmen die Werbung massiv verstärken und künftig auch Prepaid-Karten für Handys anbieten.
Die Telekom hatte Congstar erst im Juli vorgestellt. "Congstar macht Telekommunikation so einfach wie Fastfood", hatte der Chef der Billigmarke, Alexander Lautz, damals gejubelt. Mit dem Start von Congstar will die Telekom einen Teil der Kunden zurückgewinnen, die in den vergangenen Monaten von der Telekom zu anderen Anbietern gewechselt hatten. Denn es sind unter anderem Anbieter von Billig-Handy-Tarifen wie Simyo oder blau.de, die der Telekom das Leben schwer machen. Gegen sie ist Congstar in erster Linie gerichtet. Auch die Tarifbausteine der Telekom-Billigmarke können nur über das Internet und per Telefon bestellt werden.
sam/AFP