Mobilfunk Wir können nur teuer
Frankfurt am Main - E-Plus werde für die Mitnahme einer Mobilfunk-Rufnummer zu einem Konkurrenten rund 25 Euro verlangen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Mit diesem Preis, der etwa den geplanten Gebühren von Vodafone und T-Mobile entspricht, hat die Tochter der niederländischen KPN offenbar den Versuch aufgegeben, niedrigere Wechselpreise durchzusetzen. E-Plus hatte zuvor gemeinsam mit dem Anbieter O2 Preise über 20 Euro als zu hoch kritisiert und versucht, die beiden anderen Anbieter zu einheitlichen Mitnahmegebühren von fünf bis zehn Euro zu bewegen.
E-Plus sprach in seiner Mitteilung von einer "marktüblichen Portierungsgebühr". T-Mobile hat bislang erklärt, rund 25 Euro bei einer Rufnummern-Mitnahme zu verlangen, D2 Vodafone will sogar 30 Euro kassieren. Da die großen Anbieter durch die mögliche Mitnahme der Rufnummer eher einen Kundenschwund befürchten müssen, forderten sie von Anfang an vergleichsweise hohe Wechselgebühren und begründeten dies mit anfallenden Kosten.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass zahlreiche Kunden in der Vergangenheit allein deshalb bei ihrem bisherigen Anbieter geblieben sind, um nicht die Rufnummer wechseln zu müssen. Die Mitnahme der eigenen Rufnummer ist ab dem 1. November möglich, die Abwicklung wird in der Regel von dem neuen Anbieter übernommen.
Das Potenzial der wechselwilligen Kunden wird in der Branche auf bis zu zehn Prozent der knapp 60 Millionen Mobilfunkkunden in Deutschland geschätzt.