Mobilfunk: Zweistelliger Milliardenverlust bei Vodafone - DER SPIEGEL
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Mobilfunk Zweistelliger Milliardenverlust bei Vodafone

Der weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone hat wegen hoher Abschreibungen im abgelaufenen Geschäftsjahr Schwindel erregende 13,5 Milliarden Pfund Verlust gemacht. Kein Problem, meint Vorstandschef Chris Gent - und genehmigt sich einen Gehaltsbonus von zwei Millionen Pfund.
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London - Das Unternehmen wies in dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht hohe Abschreibungen aus. Hintergrund ist der Wertverlust von während des Börsenbooms erworbenen Beteiligungen. Der Verlust nach Steuern Betrug 13,5 Milliarden Pfund.

Vodafone bezifferte die Abschreibungen auf 13,47 Milliarden Pfund. Der Grund für die hohen Abschreibungen sind vor allem der gesunkene Wert der Tochtergesellschaften Eircell, Japan Telecom, J-Phone Group und Mannesmann. Vodafone hatte Mannesmann vor zwei Jahren für 113 Milliarden Pfund gekauft, heute ist das deutsche Unternehmen deutlich weniger wert. Nach Angaben vom Dienstag beziehen sich die Abschreibungen aber nicht auf den Mobilfunkbereich.

Abschreibungen geringer als erwartet

Die Abschreibungen sind zwar hoch, liegen aber weit unter dem, was der Markt erwartet hatte. Die "Financial Times" hatte am Montag berichtet, die notwendigen Wertkorrekturen könnten sich auf bis zu 70 Milliarden Euro belaufen. Viele Analysten vermuten allerdings, dass Vodafone in den kommenden Quartalen weitere Milliardenabschreibungen buchen muss.

Vodafone-Chef Chris Gent sagte am Dienstag: "Die Verlustzahlen führen in die Irre. Sie verhüllen unser wahres Abschneiden." Gent bezieht sich vor allem auf den operativen Gewinn (Ebitda), der nach Angaben des Unternehmens um 44 Prozent auf 10,1 Milliarden Pfund stieg sowie auf das Umsatzplus von 52 Prozent. Diese "ausgezeichneten Ergebnisse" zeigen nach Ansicht Gents, dass Vodafones Geschäft gut läuft.

Kritik an Gents Gehaltsbonus

Zahlreiche Aktionäre sehen das anders und sind empört, dass der Vorstandschef eine weitere Bonuszahlung erhalten soll. Bereits im Jahr 2000 hatte Gent als erste Tranche einer zehn Millionen Pfund schweren Gehaltszulage fünf Millionen Pfund in Aktien kassiert. Noch in diesem Jahr soll er weitere 160.000 Vodafone-Aktien als Prämie erhalten. Wegen des Kursverfalls sind diese jedoch nun statt fünf Millionen nur noch gut zwei Millionen Pfund wert.

"Das ist doch lächerlich", zitiert die "Financial Times" einen der größten institutionellen Anleger des Unternehmens. "Dieser Mann hat den Shareholder-Value zerstört und bekommt trotzdem einen Bonus." Ein anderer wichtiger Investor soll gegenüber der Zeitung gesagt haben, dass mit einem Aufschrei der Aktionäre zu rechnen sei, falls es zu der Zahlung komme. Bei der jährlichen Hauptversammlung am 31. Juli wollten führende Investoren dagegen protestieren, berichtet die "FT".