Mobilfunker O2 streicht 700 Arbeitsplätze
Hamburg - Betroffen sind fast ausschließlich Verwaltungs- und Zentralfunktionen am Stammsitz, die neu gegliedert und verschlankt werden sollen, teilte O2 gestern mit. Bis Mitte 2008 soll das Sparprogramm umgesetzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen. Der Stellenabbau betrifft rund 15 Prozent der insgesamt 4700 Mitarbeiter, soll aber ohne Kündigungen erfolgen. O2 wolle den betroffenen Mitarbeitern vielmehr Abfindungen anbieten.
Durch das Sparprogramm verspricht sich der spanische Mutterkonzern Telefonica Einsparungen in Höhe von 100 Millionen Euro. Mit den harten Einschnitten reagiert der erst seit einem Monat amtierende Unternehmenschef Jaime Smith Basterra auf die Umsatz- und Gewinnschwäche des kleinsten Mobilfunkbetreibers in Deutschland. Der Umsatz war im ersten Quartal um fünf Prozent auf 697 Millionen Euro gesunken. Zwar ist das Unternehmen in Deutschland gemessen an der Zahl der Kunden - elf Millionen - der kleinste Anbieter hinter T-Mobile, Vodafone und E-Plus. Aber er hat die spanische Muttergesellschaft bislang mit stetigem Wachstum verwöhnt.
Zugleich erweitert O2 die Geschäftsführung auf sieben Mitglieder, um "schneller und flexibler auf Veränderungen reagieren" zu können, erläuterte Unternehmenschef Smith. Mit Andrea Folgueiras und Antonio Botas holt Smith zwei seiner engsten Vertrauten von der Telefonica-Tochter in Tschechien nach München. Smith war selbst bis Juni O2-Chef in Tschechien. Mit den neuen Köpfen will Smith den Umbau von O2 von einem Mobilfunkanbieter zu einem umfassenden Telekommunikationsanbieter vorantreiben.
sam/dpa/Reuters