Mobilfunkkrise: Ericsson droht mit dem Handy-Ausstieg - DER SPIEGEL
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Mobilfunkkrise Ericsson droht mit dem Handy-Ausstieg

Erst vor einem Jahr hat der krisengeschüttelte Ericsson-Konzern, einst Pionier auf dem Markt für Mobiltelefone, die Zweckehe mit Sony geschlossen. Nun stellen die Schweden die Partnerschaft schon wieder öffentlich in Frage - die Verluste seien einfach zu hoch.
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Stockholm - Auf Ericsson-Chef Kurt Hellström lastet massiver Druck der Finanzmärkte. Obwohl sein Unternehmen bereits massiv Jobs abgebaut hat, verlor es allein im ersten Halbjahr fast 790 Millionen Euro. Seit Anfang des Jahres hat die Ericsson-Aktie in Stockholm von rund 60 auf zuletzt 7,20 Kronen nachgegeben. Eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 3,2 Milliarden Euro soll dringend nötiges Kapital einbringen.

Kein Wunder, dass Hellström versucht, sich im Interview mit dem "Wall Street Journal" als harter Sanierer zu profilieren. Sparten, die Geld verlieren oder keine hinreichende Marktposition erreichen, würden voraussichtlich geschlossen. Darunter könne die Sparte sein, die Netzzubehör für den von Qualcomm entwickelten Mobilfunkstandard CDMA herstellt. Und Geld verliert auch das junge Joint Venture, das die Schweden im vergangenen Frühjahr mit Sony gegründet haben. Wenn sich das gemeinsame Geschäft in den nächsten paar Quartalen nicht deutlich belebe, werde man dafür "kein Geld mehr hinauswerfen".

Der Ericsson-Chef zweifelt offenbar an den Marktchancen der gemeinsam hergestellten Handys. Bisher sehe er keine wirkliche Akzeptanz der Geräte. Offen bleibt, ob Hellström nur weniger investieren will als bisher - oder ernsthaft über den vollständigen Rückzug aus der Handy-Produktion nachdenkt. Damit würde eine der einst wichtigsten Handy-Marken verschwinden.

Zum 1. Oktober 2003 müsste Ericsson weitere 500 Millionen Euro in das Gemeinschaftsunternehmen mit Sony investieren. Ob die Partnerschaft bis dahin hält, wird auch von den Verkaufszahlen des neuen, vergleichsweise günstigen Bildtelefons T300 abhängen, das über ein Farbdisplay und eine Spielefunktion verfügt. Hellströms Erwartungen sind hoch: Mit diesem und anderen, ähnlichen Geräten wolle man die Nummer eins im Segment Multimedia-Handys werden.