Mobilfunkmarkt US-Konkurrenz hängt T-Mobile ab
New York - Die Aktionäre von Sprint und Nextel hielten nach der vereinbarten "Fusion unter Gleichen" jeweils 50 Prozent des neuen Unternehmens, teilten die Konkurrenten der Telekom-Tochter T-Mobile USA mit. Sie haben zusammen knapp 40 Millionen Mobilfunkkunden.
Das Geschäft soll per Aktientausch und Barkomponente über die Bühne gehen. Die Unternehmen versprechen sich davon Kostenersparnisse in Höhe von rund zwölf Milliarden Dollar. Das Gesamtgeschäft soll einen Umfang von rund 38 Milliarden Dollar haben. Nextel-Aktien zogen vorbörslich an.
Über einen Zusammenschluss der beiden Firmen war in den vergangenen Tagen bereits heftig spekuliert worden. Am Dienstag hatte zudem ein Bericht des "Wall Street Journal" für Aufregung gesorgt, wonach der britische Mobilfunkriese Vodafone gemeinsam mit seinem US-Partner Verizon Wireless ein Übernahmeangebot für Sprint in Erwägung ziehe, um den Konkurrenten an einem Nextel-Kauf zu hindern. Dies wurde von Vodafone jedoch dementiert.
Experten rechnen im boomenden US-Mobilfunkmarkt bereits seit längerem mit einer weiteren Konsolidierung. Erst vor wenigen Wochen hatte Cingular Wireless für rund 41 Milliarden Dollar AT&T Wireless übernommen und damit den bisherigen Marktführer Verizon Wireless auf den zweiten Platz bei der Kundenzahl verwiesen. Dadurch hatte sich die Zahl der landesweiten Anbieter auf fünf reduziert.
Für Nextel bietet der Deal eine Menge Vorteile. Denn der bislang der kleinste Anbieter in den USA hinter T-Mobile USA und schafft damit quasi über Nacht den Sprung aufs Treppchen. Dies wäre aus eigener Kraft kaum zu schaffen gewesen, weil das Mobilfunknetz mit keinem der übrigen Anbieter kompatibel ist.
Der Vorteil für Sprint liegt dagegen im lukrativen und treuen Kundenstamm, über den Nextel verfügt. In den USA ist die Verbreitung von Mobilfunktelefonen noch nicht so weit fortgeschritten wie in Europa oder Asien, so dass noch deutliche Kundenzuwächse zu erwarten sind.