Mode-Aktien: Wanderschuh schlägt Ghetto-Chic - DER SPIEGEL
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Mode-Aktien Wanderschuh schlägt Ghetto-Chic

Mit Outdoor-Kleidung und Wanderzubehör macht ein kleines US-Modelabel das Rennen an der Börse. Columbia Sportswear lässt auch Tommy Hilfiger hinter sich.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Während die Aktien der Edelschneider Boss und Escada in den vergangenen Monaten gewaltige Kurssprünge hinlegten, entwickelten sich die Papiere der Mainstream-Marken Benetton, Tommy Hilfiger oder Polo Ralph Lauren eher verhalten. Zwar zogen die Aktien der Modedesigner pünktlich zum Frühjahrsstart leicht an, doch auf längere Sicht überwiegt zumindest bei den Anlegern, die ihr Geld auf Tommy Hilfiger oder Benetton gesetzt haben, die Enttäuschung. Von seinem Hoch im Januar 1999 ist das Hilfiger-Papier jedenfalls noch immer meilenweit entfernt. Nur eine US-Firma überflügelt seit etwa einem Jahr alle Konkurrenten: die von der gebürtigen Deutschen Gert Boyle, 76, und ihrem Sohn Tim, 49, geleitete Firma Columbia Sportswear. Obwohl das auf Outdoor-Kleidung und Wanderer-Zubehör spezialisierte Unternehmen aus Portland nur ein Drittel des Umsatzes von Tommy Hilfiger macht, wird es an der Börse deutlich höher bewertet. Und als "Mother Boyle", wie sich die Chefin nennt, mit den neuesten Quartalszahlen Ende April die hohen Erwartungen der Analysten noch einmal deutlich übertraf, schoss die Aktie fast senkrecht in die Höhe. Inzwischen allerdings halten Analysten das Papier schon für überbewertet.