Mode: Joop! gegen Joop - DER SPIEGEL
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Mode Joop! gegen Joop

Die Nachricht war eingeschlagen wie eine Bombe: Designer Wolfgang Joop will nicht mehr für die Joop! GmbH arbeiten. Die Firma überlegt, ihn zu verklagen.
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Hamburg - "Verträge sind einzuhalten", sagte der Vorstandssprecher des Joop!-Mutterkonzerns Wünsche AG, Gerhard Janetzky, am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Hamburg. Über den bis Juni 2003 laufenden Vertrag soll mit Joops Rechtsanwalt in der nächsten Woche verhandelt werden. Nach den deutlichen Äußerungen von Joop am Vortag räumte Janetzky ein, "dass eine Zusammenarbeit schwierig werden wird". Die Wünsche AG, die weiterhin rote Zahlen schreibt, prüft auch eine Klage wegen Rufschädigung gegen den Designer.

Wolfgang Joop hatte die Wechsel im Management, die schleppende Internationalisierung und "unlösbare Probleme der Qualitätssicherung sowie einer einheitlichen Designersprache" kritisiert. Er will unter die "anhaltenden Meinungsunterschiede" einen Schlussstrich ziehen.

Der seit April amtierende Geschäftsführer der Joop GmbH, Wolfgang Freuer, räumte ein, dass er mit dem Umsatz von knapp 43 Millionen Mark und dem Verlust von fünf Millionen Mark nicht zufrieden sei. 1999 hatte die Firma noch einen Gewinn von 6,6 Millionen Mark ausgewiesen.

Wolfgang Joop hatte vor zwei Jahren 95 Prozent seines Unternehmens für rund 150 Millionen Mark an die Wünsche AG verkauft, zu der auch die Modemarke Cinque und zwei Textilhandelshäuser gehören. Jetzt will Joop die restlichen fünf Prozent übertragen und dafür zehn Millionen Mark kassieren.

Die Modefirma Joop! ist nicht das einzige Sorgenkind des Konzerns. Drei der vier Gesellschaften sind operativ im Minus, berichtete Janetzky. Verkäufe schloss er nicht aus, sollten die Firmen ihre Ziele nicht erreichen. Unterm Strich blieb im Konzern 2000 ein Minus von 5,4 Millionen Mark nach einem Verlust von 34,5 Millionen Mark im Vorjahr.

Im ersten Quartal 2001 lag das Konzernergebnis vor Steuern bei minus 3,4 Millionen Mark (Vorjahresquartal: plus 2,4 Millionen). Der Umsatz betrug unverändert 129 Millionen Mark.

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