Modekonzerne Poker um Joop
Für 76,7 Millionen Euro hat 1998 der Designer Wolfgang Joop 95 Prozent seiner Firma an den Hamburger Textilkonzern Wünsche verkauft. Für weniger als 35,8 Millionen Euro (Verhandlungsbasis) könnte er sie nun zurückkaufen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Denn Wünsche ist insolvent, die Übernahme durch die Hamburger MPC-Holding droht zu scheitern, weil der Schweizer Gläubiger Richard Orthmann einem Forderungsverzicht nicht zustimmen will. Joop selbst würde gern wieder einsteigen, will sich die Firma aber "nicht allein auf die Schultern laden". Er ist mit Orthmann im Gespräch ("ein hochkühler Finanzmann") sowie mit Peter Harf ("ein Global Player"), dem Chef des Kosmetikkonzerns Coty ("Jil Sander", "Davidoff"). Über den Verkauf entscheidet die BHF-Bank, der Wünsche die Joop! GmbH verpfändet hat. Die Bank kann mit der Modemarke nichts anfangen je länger das Gezerre mit potenziellen Käufern dauert, desto billiger wird die Firma. "Die Marke geht kaputt", fürchtet Joop.